Trump-Xi-Gipfel könnte US-Energieexporte nach China wiederbeleben
Ein mögliches Handelsabkommen zwischen Washington und Peking könnte den seit dem Handelskrieg eingebrochenen US-Energiehandel mit China neu beleben.

US-Präsident Donald Trump reist diese Woche zu einem Gipfeltreffen mit Chinas Präsident Xi Jinping, das vom 14. bis 15. Mai in Peking stattfinden soll. Laut US-Beamten könnte dabei ein Abkommen über verstärkte chinesische Käufe von US-Energie auf dem Tisch liegen. Der gegenseitige Handelskrieg hatte den Energiehandel zwischen beiden Ländern nahezu zum Erliegen gebracht – 2024 beliefen sich die chinesischen Importe von US-Öl und Flüssigerdgas (LNG) noch auf rund 8,4 Milliarden US-Dollar.
Die Ausgangslage verdeutlicht, wie stark politische Spannungen den Energiehandel beeinflussen können. Bereits während Trumps erster Amtszeit brachen die chinesischen LNG-Importe aus den USA dramatisch ein – und erholten sich nach einem Handelsabkommen ebenso schnell wieder.
Flüssigerdgas: Starke Schwankungen durch Geopolitik
Während des ersten Handelskrieges im Jahr 2019 importierte China lediglich 260.000 Tonnen US-LNG – obwohl Chinas Gesamtimporte des tiefgekühlten Brennstoffs in jenem Jahr um 15 Prozent auf 59,4 Millionen Tonnen stiegen. Nach dem sogenannten „Phase 1"-Handelsabkommen erholten sich die Lieferungen deutlich: 2021 exportierten die USA 8,98 Millionen Tonnen LNG nach China und wurden damit zum drittgrößten LNG-Lieferanten des Landes – knapp hinter Katar.
Bis 2024 war dieser Wert auf 4,15 Millionen Tonnen gesunken. Im Jahr 2025 brachen die Importe nach Einführung eines chinesischen Gesamtzolls von 25 Prozent auf US-LNG auf nur noch 26.000 Tonnen ein. Chinesische Abnehmer wie PetroChina und CNOOC erfüllen zwar weiterhin langfristige Verträge mit US-Produzenten, verkaufen die Ladungen jedoch nach Europa weiter, um heimische Zölle zu umgehen. Das Analysehaus Rystad Energy schätzt, dass für 2025 Lieferungen von rund 12 Millionen Tonnen vertraglich vereinbart sind.
Analysten sehen bei einer Aufhebung des 25-Prozent-Zolls Potenzial: US-LNG wäre dann günstiger als asiatische Spot-Ladungen, insbesondere angesichts von Marktstörungen durch den Iran-Konflikt. Allerdings dürfte ein starker Anstieg der Importe begrenzt bleiben, da für China ein weiteres Jahr mit schwacher LNG-Nachfrage erwartet wird.
Rohöl: Marginale Rolle der USA als Lieferant
Bei Rohöl spielten die USA für China stets eine untergeordnete Rolle. Den Höchststand erreichten die chinesischen Importe von US-Öl im Jahr 2020 nach dem „Phase 1"-Abkommen mit rund 395.000 Barrel pro Tag – das entsprach knapp weniger als 4 Prozent der gesamten chinesischen Rohölimporte. Im Jahr 2024 importierte China noch 193.000 Barrel pro Tag im Wert von 6 Milliarden US-Dollar. Seit Mai 2025 hat China aufgrund eines Importzolls von 20 Prozent kein US-Öl mehr bezogen und die Lücke durch höhere Lieferungen aus Kanada und Brasilien geschlossen.
Ethan und Propan: Abhängigkeiten trotz Handelskrieg
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Zur AktienanalyseBesonders aufschlussreich ist die Lage bei Ethan und Propan – zwei Rohstoffen, bei denen Chinas Abhängigkeit von US-Lieferungen trotz des Handelskrieges deutlich sichtbar wird. Die USA sind Chinas einziger Ethan-Lieferant; der Stoff ist ein wichtiger Rohstoff für die Kunststoffherstellung. Im Jahr 2025 importierte China 5,95 Millionen Tonnen Ethan im Wert von 2,96 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Importe im Jahresvergleich sogar um 50 Prozent.
Chinas Abhängigkeit von US-Ethan zeigte sich deutlich, als Peking seine Vergeltungszölle von 125 Prozent für Ethan-Importe aussetzte, nachdem die USA die Exporte für mehrere Monate beschränkt hatten. Auch bei Propan blieben die USA trotz aller Zölle im Jahr 2025 Chinas größter Lieferant: Die Exporte überstiegen einen Wert von 6,6 Milliarden US-Dollar. Propan wird in China zur Herstellung von Propylen für die Kunststoffproduktion eingesetzt.
Die Zahlen zeigen: Ein Handelsabkommen zwischen Trump und Xi hätte erhebliches Potenzial, den US-Energieexport nach China – insbesondere bei LNG – wieder anzukurbeln. Gleichzeitig verdeutlichen die strukturellen Abhängigkeiten bei Ethan und Propan, dass beide Seiten ein Interesse an einer Normalisierung der Handelsbeziehungen haben dürften.


