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Trumps „Big Beautiful Bill" lässt 3,5 Millionen Amerikanern Lebensmittelmarken verlieren

Eine neue Analyse zeigt: Fast 9 % aller SNAP-Empfänger verloren seit Juli ihre staatlichen Lebensmittelhilfen.

Trumps „Big Beautiful Bill" lässt 3,5 Millionen Amerikanern Lebensmittelmarken verlieren

Seit Präsident Donald Trump im Juli sein „Big Beautiful Bill"-Gesetz unterzeichnete, haben in den USA mindestens 3,5 Millionen Menschen ihre staatlichen Lebensmittelhilfen verloren. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Center on Budget and Policy Priorities (CBPP), einem überparteilichen Forschungs- und Politikinstitut. Betroffen sind Empfänger des sogenannten Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP) – in Deutschland vergleichbar mit staatlicher Ernährungshilfe für einkommensschwache Haushalte.

Das entspricht knapp 9 % aller SNAP-Bezieher. Im Geschäftsjahr 2025 erhielten laut dem US-Landwirtschaftsministerium landesweit fast 42 Millionen Menschen diese Leistungen. Der Rückgang vollzog sich zwischen Juli 2025 und Februar 2026 – also in einem Zeitraum von nur wenigen Monaten.

Strengere Regeln und neue Kostenlast für Bundesstaaten

Das „Big Beautiful Bill"-Gesetz sieht deutlich strengere Voraussetzungen für den Bezug von SNAP-Leistungen vor. Besonders die verschärften Arbeitsanforderungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Wer die neuen Bedingungen nicht erfüllt, verliert automatisch den Anspruch auf Unterstützung. Zusätzlich verlagerte das Gesetz einen Teil der Verwaltungs- und Kostenverantwortung von der Bundesebene auf die einzelnen Bundesstaaten.

Befürworter der Gesetzgebung hatten vor der Verabschiedung argumentiert, die Änderungen würden Verschwendung reduzieren und die Rechenschaftspflicht im System erhöhen. Kritiker hingegen warnen vor den sozialen Folgen für vulnerable Bevölkerungsgruppen, die auf die Hilfen angewiesen sind.

Arizona verliert mehr als die Hälfte seiner SNAP-Empfänger

Besonders drastisch fällt der Rückgang in einzelnen Bundesstaaten aus. Arizona verzeichnete laut CBPP auf Basis aktueller staatlicher Daten einen Verlust von 51 % seiner SNAP-Empfänger – also mehr als die Hälfte. Joseph Llobrera, Senior Director of Research im Team für Ernährungshilfe beim CBPP, erklärt diesen außergewöhnlich hohen Wert damit, dass Arizona bereits zuvor mit Problemen bei der Lebensmittelhilfe zu kämpfen hatte, darunter Personalmangel in den zuständigen Behörden.

Auch andere Bundesstaaten melden erhebliche Einbußen bei der SNAP-Beteiligung. Staatliche Daten zeigen:

  • Louisiana: 20 % der SNAP-Empfänger verloren ihre Leistungen
  • Tennessee: fast 16 % der Empfänger betroffen
  • Virginia: fast 15 % der Empfänger betroffen

Das CBPP stellt fest, dass die SNAP-Beteiligung in jedem einzelnen Bundesstaat zurückgegangen ist – ein flächendeckendes Phänomen.

Kein geringerer Bedarf als Erklärung

Bemerkenswert ist dabei, dass die US-Arbeitslosenquote seit Juli stabil bei rund 4 % liegt. Ein verringerter wirtschaftlicher Bedarf kann den Rückgang der SNAP-Teilnahme daher laut CBPP nicht erklären. Das Institut hält es für „sehr unwahrscheinlich", dass weniger Hilfsbedürftigkeit hinter den sinkenden Zahlen steckt.

Parallel dazu wächst der Druck auf amerikanische Haushalte von einer anderen Seite: Verbraucher sehen sich steigenden Preisen für Lebensmittel und Benzin gegenüber. Der „Survey of Professional Forecasters" der Federal Reserve Bank of Philadelphia erwartet, dass das Inflationstempo in den kommenden Monaten weiter zunehmen wird. Die Federal Reserve Bank of New York verzeichnet zudem in einem aktuellen Blogbeitrag einen „bemerkenswerten Anstieg der Ernährungsunsicherheit" – da Menschen gleichzeitig mit höheren Kosten und dem Wegfall staatlicher Unterstützung konfrontiert sind.

Für deutsche Beobachter verdeutlicht die Entwicklung, wie tiefgreifend sozialpolitische Reformen in kurzer Zeit die Lebenssituation von Millionen Menschen beeinflussen können – insbesondere wenn sie mit einem inflationären Umfeld zusammentreffen.

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