Trumps Peking-Besuch: Staatsbankett, Musk-Selfies und diplomatisches Spektakel
Der erste US-Präsidentenbesuch in China seit fast einem Jahrzehnt wurde zum diplomatischen Großereignis mit viralen Momenten.

Peking verwandelte sich in ein diplomatisches Spektakel: US-Präsident Donald Trump besuchte die chinesische Hauptstadt – der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in China seit fast einem Jahrzehnt. Begleitet von einer Delegation führender amerikanischer Wirtschaftsvertreter traf Trump auf Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping, um die persönlichen Beziehungen zwischen den Staatschefs der beiden mächtigsten Volkswirtschaften der Welt neu zu beleben.
China fuhr sein gesamtes diplomatisches Arsenal auf. Am Flughafen empfingen Blaskapellen und blumenschwenkende Schulkinder die Delegation. Es folgte ein Staatsbankett in der Großen Halle des Volkes, eine private Führung durch den Himmelstempel sowie ein abschließender Gartenspaziergang in Zhongnanhai – dem befestigten Gelände, in dem Chinas Spitzenführung seit 1949 arbeitet und lebt. Als Abschiedsgeschenk überreichte Xi Jinping dem US-Präsidenten Rosensamen.
Menschenmengen versammelten sich in den Straßen nahe dem Four Seasons Hotel und der Großen Halle des Volkes, um einen Blick auf Trumps Wagenkolonne zu erhaschen. „Es war ein ziemliches Spektakel", sagte Alicia Liao, eine Studentin in Peking. „Wir hatten am nächsten Tag eine Prüfung, aber fast jeder verfolgte die Übertragung oder Social-Media-Clips."
Staatsbankett mit diplomatischem Menü
Xi Jinping empfing Trump am Donnerstag zu einem prunkvollen Staatsbankett in der Großen Halle des Volkes. Vor einem Publikum aus Kabinettsmitgliedern und Führungskräften einiger der erfolgreichsten Unternehmen beider Länder brachte Xi einen Trinkspruch aus. Trump nannte Xi in seiner Ansprache „meinen Freund" und erklärte: „Wir werden gemeinsam eine fantastische Zukunft haben." Zudem lud er Xi und First Lady Peng Liyuan ein, das Weiße Haus im September zu besuchen.
Das Menü des Staatsbanketts las sich wie ein diplomatisches Kunstwerk: eine Mischung aus chinesischen Nationalgerichten und internationaler Küche, darunter Rinderrippchen und Tiramisu – eine offensichtliche Verbeugung vor Trumps kulinarischen Vorlieben. China nutzt seit Jahrzehnten die Symbolik des Essens bei wegweisenden offiziellen Anlässen oder beim Empfang hochrangiger ausländischer Gäste.
Für Gesprächsstoff sorgte auch Trumps Trinkspruch: Der bekanntermaßen abstinent lebende Präsident erhob ein Glas, das mit einer Flüssigkeit gefüllt war, die wie Weißwein aussah. Das Protokoll für nicht-trinkende Staatschefs – wie im Fall von George W. Bush – sieht üblicherweise alkoholfreien Apfelwein oder Saft vor. Das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Anfrage von CNBC bezüglich des Inhalts von Trumps Glas. Die Geste wurde in den chinesischen sozialen Medien dennoch weithin als Zeichen des Respekts gegenüber dem Gastland gewertet. „In China ist Trump eine Kulturikone und somit eine Quelle für Gespräche, Streitigkeiten und Inspirationen, wie nur er es sein kann", sagte Han Shen Lin, China-Direktor bei The Asia Group.
Viraler Musk-Moment sorgt für Millionen Aufrufe
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Zur AktienanalyseAm Rande des Banketts entwickelte sich ein weiterer Höhepunkt des Besuchs: Chinesische CEOs drängten sich, um einen kurzen Moment mit Elon Musk zu erhaschen. Unter den Gästen befanden sich laut Aufnahmen des staatlichen Senders CCTV Liang Rubo von ByteDance, Yang Yuanqing von Lenovo sowie der Vorsitzende von Fuyao Glass Industry, Cao Hui.
Xiaomi-CEO Lei Jun, ein langjähriger Bewunderer von Musk und einer der ersten Besitzer eines Tesla Model S in China, wurde dabei beobachtet, wie er vor Beginn des Staatsbanketts ein Selfie mit dem Elektroauto-Pionier machte. Musk wirkte von der Selfie-Anfrage scheinbar genervt – er zog die Augenbrauen hoch und schnaufte, bevor das Foto gemacht wurde. Der Moment ging in China viral. Viele Nutzer scherzten in sozialen Medien, dass Lei von seinem Idol gedemütigt worden sei. Der Hashtag „Lei Jun und Musk Foto zusammen" verzeichnete mehr als 20 Millionen Aufrufe auf der chinesischen Plattform Weibo.
Der Besuch verdeutlicht, wie eng Wirtschaft und Diplomatie im Verhältnis zwischen den USA und China miteinander verflochten sind. Trumps Reise nach Peking – begleitet von einem hochkarätigen Aufgebot amerikanischer Wirtschaftsführer – sendete ein klares Signal: Trotz aller geopolitischen Spannungen suchen beide Seiten nach Wegen der Annäherung.

