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Trumps Wirtschaftskurs zeigt widersprüchliche Entwicklungen

Jobflaute, Dollar-Schwäche und Industriekrise dämpfen das überraschend starke Wachstum

Trumps Wirtschaftskurs zeigt widersprüchliche Entwicklungen

Die US-Wirtschaft zeigt sich derzeit in einem widersprüchlichen Zustand: Während das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal überraschend stark um drei Prozent wuchs, mehren sich gleichzeitig konjunkturelle Warnsignale. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich schwächer als erwartet, die Stimmung in der Industrie sinkt spürbar, und auch der Dollar verliert deutlich an Wert. Präsident Donald Trump, seit etwas mehr als sechs Monaten im Amt, gerät zunehmend unter Druck – nicht zuletzt wegen seiner Reaktion auf die jüngsten Arbeitsmarktzahlen.

Im Juli wurden in den USA nur 73.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, deutlich weniger als die von Ökonomen erwarteten 110.000. Noch gravierender ist die nachträgliche Korrektur der Zahlen aus den Vormonaten: So wurde der Juni-Wert von zunächst 147.000 auf lediglich 14.000 Stellen nach unten revidiert. Präsident Trump reagierte umgehend und entließ die Chefin des Arbeitsmarktstatistikamts, Erika McEntarfer. Er warf ihr vor, Daten manipuliert zu haben – einen Beleg dafür legte er nicht vor. Seine Regierung spricht von parteiisch wirkenden Revisionen, die als „Beweis“ für eine mögliche Manipulation gewertet werden.

Gleichzeitig verzeichnet die US-Industrie eine zunehmende Schwäche. Der Einkaufsmanagerindex fiel im Juli auf 48 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. Auch Ökonomen zeigen sich besorgt: Die Investitionen gehen deutlich zurück, Konsumenten halten sich mit Ausgaben zurück, und viele Unternehmen zögern wegen der unklaren Handelspolitik der Regierung mit weiteren wirtschaftlichen Entscheidungen.

Ein weiteres Anzeichen für die Unsicherheit der Märkte ist die Schwäche des US-Dollars. Zwar könnte dies Trumps Ziel, das Handelsdefizit zu reduzieren, unterstützen – allerdings wird die Abwertung auch als Vertrauensverlust in seine Wirtschaftspolitik interpretiert. Viele Anleger haben Kapital aus den USA abgezogen.

Die US-Notenbank Fed bleibt angesichts der Entwicklungen bei ihrer zurückhaltenden Geldpolitik. Trotz Trumps Druck, den Leitzins zu senken, beließ sie ihn zuletzt unverändert. Innerhalb der Fed gibt es jedoch erste Stimmen, die sich für eine Zinssenkung aussprechen. Der überraschende Rücktritt der Gouverneurin Adriana Kugler ermöglicht es Trump nun, ein neues Mitglied des Zentralbankrats zu ernennen – ein Schritt, der ihm zusätzlichen Einfluss auf die zukünftige Zinspolitik verschaffen könnte.

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