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Trumps Zollpläne setzen Europa und USA unter Druck

Ökonomen warnen vor Gegenmaßnahmen und sehen größere Schäden für die US-Wirtschaft

Trumps Zollpläne setzen Europa und USA unter Druck

Der jüngste Vorstoß von US-Präsident Donald Trump, die Basiszölle auf europäische Produkte drastisch zu erhöhen, sorgt für Unruhe in der europäischen Wirtschaft. Handelsökonomen warnen vor überstürzten Gegenmaßnahmen und raten der EU zu einer besonnenen Reaktion. Ein Handelskrieg, so betonen Experten, würde die US-Wirtschaft am härtesten treffen – trotz massiver Belastungen auch für Europa.

Besonders gefragt ist derzeit die Einschätzung von Julian Hinz, Ökonom am Kiel Institut für Weltwirtschaft. Er wertet regelmäßig neue Szenarien durch komplexe Handelsmodelle aus, um die wirtschaftlichen Folgen von Trumps Ankündigungen zu beziffern. In der aktuellen Analyse geht das Institut von einem Anstieg des Basiszolls auf 30 Prozent sowie weiteren Sektorzöllen auf Stahl und Autos aus. Das würde den Zollsatz auf Stahl auf 80 Prozent und auf Autos auf 55 Prozent erhöhen. Die Folge: Die deutsche Wirtschaftsleistung könnte innerhalb eines Jahres um 0,6 Prozentpunkte schrumpfen – stärker als im EU-Durchschnitt.

Noch gravierender wären die Auswirkungen bei Umsetzung aller angekündigten Maßnahmen, wie Berechnungen von Goldman Sachs zeigen. Sollte der Basiszoll auf 30 Prozent steigen und zusätzlich 25 Prozent Zoll auf Pharmaprodukte erhoben werden, würde sich die effektive Zollrate in der EU von derzeit 8,5 auf 26 Prozent erhöhen. Das Bruttoinlandsprodukt der EU könnte dadurch binnen zwei Jahren um 1,2 Prozentpunkte sinken – doppelt so viel wie bei einer zehnprozentigen Erhöhung.

Doch nicht nur Europa stünde unter Druck. Laut Ökonom Hinz würden die USA die Folgen ihrer eigenen Handelspolitik am stärksten zu spüren bekommen. Die gleichzeitige Belastung aller wichtigen Handelspartner löse massiven Preisdruck in den Vereinigten Staaten aus. Der Tübinger Professor Gernot Müller bestätigt das: Diverse Studien zeigten, dass die Zölle den USA mehr schadeten als der EU. Daher sei es ratsam, ruhig zu bleiben und auf harte Gegenmaßnahmen zu verzichten.

Trotzdem steigt in einzelnen Branchen wie der Automobil- und Pharmabranche der Druck auf die Politik. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic stellte nun eine Liste möglicher Gegenzölle im Umfang von 72 Milliarden Euro vor. Die Märkte reagieren bislang gelassen, viele Analysten setzen weiterhin auf eine Einigung unterhalb der 30-Prozent-Marke. Doch die Zeit drängt – eine neue Deadline ist auf den 1. August angesetzt.

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