Trumps Zollpolitik belastet deutsche Autoindustrie
Geschäftsklima sinkt weiter – Hersteller verhandeln über Ausgleichsmechanismen und Investitionen in den USA

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie hat sich im Mai weiter verschlechtert. Hauptgrund ist die unsichere und teils widersprüchliche Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Das Geschäftsklima-Barometer des Ifo-Instituts fiel von minus 30,7 Punkten im April auf minus 31,8 Punkte im Mai. Besonders betroffen ist die exportorientierte Branche, die stark auf den US-Markt angewiesen ist. Laut Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl belastet das „Wirrwarr rund um die US-Zölle“ die Unternehmen deutlich.
Zwar bewerteten die deutschen Autobauer ihre aktuelle Geschäftslage im Vergleich zum Vormonat leicht besser, der entsprechende Indikator stieg auf minus 35,3 Punkte, nachdem er im April bei minus 36,1 gelegen hatte. Dennoch bleibt das Niveau sehr niedrig. Die Erwartungen für die kommenden Monate trübten sich weiter ein. Der entsprechende Wert sank von minus 25,2 auf minus 28,3 Punkte. Damit setzt sich der negative Trend fort, der bereits in den vorangegangenen Monaten zu beobachten war.
Die Exporterwartungen zeigen hingegen eine leichte Erholung. Der entsprechende Ifo-Indikator stieg im Mai deutlich auf minus 0,8 Punkte, nachdem er im April noch bei minus 11,6 Punkten gelegen hatte. Dennoch bleibt auch dieser Wert im negativen Bereich. Das Ifo-Institut weist darauf hin, dass die weiterhin volatile Zollpolitik des US-Präsidenten einen spürbaren Einfluss auf die Exporterwartungen der Branche hat.
Währenddessen laufen zwischen der Europäischen Kommission und der US-Regierung Verhandlungen über eine Lösung im Handelsstreit. Ziel ist es, bis zum 9. Juli zu einem Kompromiss zu kommen. Trump hatte im Vorfeld mit drastischen Maßnahmen wie 50 Prozent Zöllen und einem vollständigen Abbruch der Gespräche gedroht, diese Drohungen jedoch nach einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wieder zurückgenommen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseInsiderberichten zufolge stehen auch deutsche Autobauer wie BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz in direktem Austausch mit dem US-Handelsministerium. Diskutiert wird über einen Mechanismus, bei dem Einfuhren mit Ausfuhren aus den USA verrechnet werden könnten. Darüber hinaus sei eine Gegenleistung in Form milliardenschwerer Investitionen deutscher Hersteller in den USA im Gespräch.


