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TSMC verklagt Ex-Manager nach Wechsel zu Intel

Vorwürfe betreffen mögliche Weitergabe sensibler Daten an den US-Chipkonzern

TSMC verklagt Ex-Manager nach Wechsel zu Intel

Taiwans größter Chip-Auftragsfertiger TSMC hat juristische Schritte gegen einen ehemaligen ranghohen Manager eingeleitet, der in den vergangenen Wochen zu Intel gewechselt ist. Das Unternehmen sieht eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass der früher für die Massenproduktion modernster Halbleiter verantwortliche Wei-Jen Lo vertrauliche Informationen an den US-Konkurrenten weitergeben könnte. TSMC begründete den Schritt mit Verstößen gegen den Arbeitsvertrag und eine von Lo unterzeichnete Wettbewerbsverbotsklausel sowie mit Bezug auf das taiwanesische Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen.

Nach Angaben von TSMC habe Lo über viele Jahre zentrale Produktionsschritte für die 5-, 3- und 2-Nanometer-Technologien vorangetrieben, die für die globale Halbleiterbranche von hoher strategischer Bedeutung sind. Die Befürchtung, dass dieser Wissensvorsprung durch seinen Wechsel unmittelbar einem Wettbewerber zugutekommen könne, habe die rechtliche Reaktion ausgelöst. Intel und Lo selbst haben bislang nicht auf Anfragen zu den Vorwürfen reagiert.

Lo war nach einer mehr als zwei Jahrzehnte dauernden Laufbahn bei Taiwan Semiconductor Manufacturing in den Ruhestand gegangen, bevor er im Oktober eine neue Position bei Intel antrat. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen berichtet er dort direkt an den Konzernchef Lip-Bu Tan. Der Wechsel hatte unmittelbar nach seiner Bekanntgabe erhebliche Aufmerksamkeit in Taiwan ausgelöst, da Lo vor seinem Eintritt bei TSMC bereits 18 Jahre lang für Intel gearbeitet hatte und damit mit beiden Unternehmen eng verbunden ist.

Die taiwanesischen Behörden haben unterdessen Ermittlungen aufgenommen. Der Wirtschaftsminister des Landes hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass geprüft werde, ob Lo sensible Daten über fortschrittliche Technologien mitgenommen haben könnte. Lokale Medien hatten zuvor über entsprechende Verdachtsmomente berichtet. Für Taiwan ist der Schutz technologischer Führungspositionen in der Halbleiterindustrie von zentraler Bedeutung, da das Land in diesem Sektor eine Schlüsselrolle einnimmt.

Der Fall unterstreicht die angespannte Wettbewerbssituation zwischen den führenden Halbleiterherstellern, die weltweit um technologische Spitzenpositionen ringen. TSMC und Intel gehören zu den wichtigsten Akteuren in diesem Feld, und beide Unternehmen investieren erheblich in den Ausbau ihrer Fertigungskapazitäten sowie in die Entwicklung neuer Prozessgenerationen. Der Konflikt zwischen TSMC und Lo entwickelt sich vor diesem Hintergrund zu einem weiteren Beispiel für die Bedeutung von Know-how-Schutz und Personalwechseln in der globalen Chipindustrie.

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