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TSX-Futures fallen: Nahost-Spannungen und US-Tech-Zahlen belasten

Eskalierender Nahost-Konflikt und enttäuschende KI-Ausgaben von Alphabet und Tesla drücken Futures auf breiter Front.

TSX-Futures fallen: Nahost-Spannungen und US-Tech-Zahlen belasten

Die Futures auf den kanadischen S&P/TSX 60 Index gaben am Donnerstag nach und verloren bis 07:42 Uhr ET rund 8 Punkte oder 0,4 Prozent. Dabei bewegten sich Öl- und Goldpreise vor dem Hintergrund des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten in entgegengesetzte Richtungen. Der rohstofflastige kanadische Index hatte in der vorangegangenen Sitzung noch ein Rekordhoch erreicht, getragen von einem kräftigen Anstieg der Rohstoffpreise, der Energie- und Metallminenaktien beflügelt hatte.

Bei den kanadischen Einzelwerten standen Mullen Group und Teck Resources im Fokus, nachdem beide Unternehmen einen über den Erwartungen liegenden Gewinn für das zweite Quartal gemeldet hatten. Im weiteren Tagesverlauf sollten zudem Winpak, First Service Corp und A&W Food Services of Canada ihre Quartalsergebnisse vorlegen.

US-Futures unter Druck durch Alphabet und Tesla

Auch die US-Aktienindex-Futures zeigten sich deutlich schwächer. Bis 07:55 Uhr ET fiel der Dow-Futures-Kontrakt um 289 Punkte oder 0,6 Prozent, die S&P 500-Futures sanken um 42 Punkte oder 0,6 Prozent, und die Nasdaq 100-Futures zogen sich um 228 Punkte oder 0,8 Prozent zurück. Bereits in der vorangegangenen Sitzung hatten die wichtigsten Wall-Street-Indizes schwächer geschlossen, da Technologieaktien angesichts anhaltender Sorgen über überhöhte, KI-getriebene Bewertungen unter Druck gerieten.

Die Google-Muttergesellschaft Alphabet hob ihre Prognose für die Investitionsausgaben im laufenden Jahr deutlich an. Das Unternehmen plant nun, bis zu 205 Milliarden US-Dollar für den Aufbau der KI-Infrastruktur auszugeben – gegenüber einer früheren Schätzung von 190 Milliarden US-Dollar. Die Sorge, dass dieser Ausgabenboom das 4 Billionen US-Dollar schwere Unternehmen tiefer in einen negativen freien Cashflow treiben könnte, ließ die Alphabet-Aktie im vorbörslichen Handel um mehr als 3 Prozent nachgeben.

Auch Tesla rutschte vor Handelsbeginn ab. Der Elektroautohersteller von Elon Musk wies ebenfalls einen negativen freien Cashflow aus, da das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung auf KI und Robotik verfolgt. Im zweiten Quartal stiegen die Ausgaben von Tesla auf 5,8 Milliarden US-Dollar. Musk räumte vor Investoren ein, dass „dies ein massives Investitionsjahr ist", argumentierte jedoch, dies sei notwendig, um schließlich „unglaubliche Renditen zu erzielen".

Intel und Rüstungskonzerne im Fokus

Weitere wichtige Quartalszahlen standen am Donnerstag auf dem Programm, darunter die des Chip-Schwergewichts Intel. Analysten erwarten, dass der Gewinn des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, da Intel von der sich verbessernden Nachfrage in der KI-Branche profitiert. Händler beobachten gespannt, ob Intel – das in den letzten Jahren bei der Nutzung der KI-Nachfrage hinter seinen Konkurrenten zurückgeblieben ist – diese Lücke bis 2026 verkleinern kann. Die Unterstützung durch die US-Regierung hat dabei geholfen, einen umfassenden Sanierungsplan zu untermauern, der auf einer neuen fortschrittlichen Chipplattform basiert.

Ebenfalls Ergebnisse vorlegten die Rüstungsriesen RTX und Lockheed Martin, der Kupfergigant Freeport-McMoRan sowie der Goldproduzent Newmont Goldcorp.

Nahost-Konflikt treibt Ölpreise – Gold gibt nach

Die Lage im Nahen Osten sorgte für erhebliche Unsicherheit an den Märkten. Es gab kaum Anzeichen für ein Nachlassen der eskalierenden Kämpfe zwischen den USA und dem Iran, während die Sorgen wuchsen, dass der Konflikt auf andere Teile des Golfs übergreifen und die weltweite Ölversorgung weiter stören könnte. Die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen übernahmen die Verantwortung für Angriffe auf zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer – die ersten, seit die Miliz in dieser Woche eine Blockade saudi-arabischer Schiffe angekündigt hatte.

Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Aufschlägen: Brent-Rohöl, die globale Benchmark, stieg um 4,9 Prozent auf 98,67 US-Dollar pro Barrel, während US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate um 4,4 Prozent auf 90,66 US-Dollar pro Barrel zulegte. Die Renditen von US-Staatsanleihen kletterten auf ihre fast höchsten Stände des Jahres, da Anleger erwarten, dass die Federal Reserve auf einen möglichen energiegetriebenen Inflationsschub mit Zinserhöhungen reagieren muss.

Gold hingegen gab nach einem Zwei-Wochen-Hoch aus der Vorsitzung nach. Der Gold-Spotpreis sank um 1,1 Prozent auf 4.083,09 US-Dollar pro Unze, während Gold-Futures um 1,6 Prozent auf 4.086,19 US-Dollar pro Unze nachgaben. Das Edelmetall hatte in den zwei vorangegangenen Sitzungen noch rund 3 Prozent zugelegt. Spekulationen über mögliche Zinserhöhungen der Fed zur Eindämmung des energiegetriebenen Inflationsdrucks belasteten den Goldpreis, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall erhöhen.

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