TSX-Futures steigen trotz eskalierender Spannungen im Nahen Osten
Kanadische Aktienfutures legen leicht zu, während Anleger den fragilen US-Iran-Waffenstillstand und steigende Ölpreise bewerten.

Die Futures auf den kanadischen S&P/TSX 60 Index stiegen am Dienstag um 5 Punkte oder 0,3 Prozent – gestützt durch verhaltene Hoffnungen auf einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. Zuvor hatte der S&P/TSX Composite Index der Toronto Stock Exchange am Montag um 0,7 Prozent auf 33.638,87 Punkte nachgegeben. Energiewerte profitierten zwar von steigenden Ölpreisen infolge erneuter Angriffe in der Straße von Hormus, doch die Aussicht auf Zinserhöhungen der Bank of Canada zur Bekämpfung des anhaltenden Inflationsdrucks belastete die Gesamtstimmung.
Im Fokus der heutigen Handelssitzung steht zudem die kanadische E-Commerce-Plattform Shopify, die eine Prognose für das zweite Quartal vorlegte, die in etwa den Erwartungen der Wall Street entsprach. Auch die US-Aktienfutures legten zu: Der Dow-Future stieg um 70 Punkte oder 0,1 Prozent, der S&P 500-Future kletterte um 19 Punkte oder 0,3 Prozent, und der Nasdaq 100-Future gewann 126 Punkte oder 0,5 Prozent. Die wichtigsten Wall-Street-Indizes waren in der vorangegangenen Sitzung jedoch gesunken, belastet durch erneute Angriffe in der Golfregion.
Straße von Hormus im Zentrum des Konflikts
Die Straße von Hormus ist eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt – durch sie fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Öls. Während des mehr als zwei Monate andauernden Krieges war die Meerenge aufgrund drohender iranischer Angriffe für den Tankerverkehr faktisch gesperrt, was die Ölpreise massiv in die Höhe trieb. Die USA und der Iran führten am Montag neue Angriffe durch, nachdem Präsident Donald Trump militärische Gewalt einsetzte, um die Schifffahrtswege zu öffnen. Mehrere Handelsschiffe in der Golfregion meldeten dabei Brände oder Explosionen.
Die USA behaupteten, sie hätten zwei Schiffen unter amerikanischer Flagge erfolgreich bei der Durchquerung der Meerenge geholfen und Angriffe iranischer Drohnen sowie bewaffneter Kleinboote abgewehrt. Schifffahrtsriese Maersk bestätigte, dass ein von einer seiner Tochtergesellschaften betriebener Autotransporter unter US-Flagge den Golf mit Unterstützung des US-Militärs durch die Meerenge verlassen habe. Händler werteten dies als Zeichen, dass der Würgegriff des Irans über das Gebiet sich lockern könnte.
Der Konflikt zeigte zudem Anzeichen einer regionalen Ausweitung: In den Vereinigten Arabischen Emiraten bekämpften Luftabwehrsysteme ballistische Raketen und Drohnen aus dem Iran, und auch ein Ölterminal in der Stadt Fudschaira wurde angegriffen. Trump, der wegen des Krieges unter zunehmendem Druck einiger US-Abgeordneter steht, nannte nur wenige Details zu seinem Plan zur Freigabe der Wasserstraße, der den Namen „Project Freedom" trägt. In einem Interview mit ABC News deutete er an, dass sich der Krieg im Iran um weitere drei Wochen hinziehen könnte, obwohl er behauptete, die USA hätten den Konflikt bereits „gewonnen".
Deeskalation oder weitere Eskalation?
Verteidigungsminister Pete Hegseth signalisierte den Wunsch Washingtons, die Spannungen mit Teheran nicht erneut eskalieren zu lassen. Er betonte, die USA „suchten keinen Streit" und der Vorstoß zur Öffnung der Meerenge sei eine „vorübergehende" Maßnahme. Der iranische Außenminister hingegen warnte die USA davor, in einen „Sumpf" gezogen zu werden.
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Zur AktienanalyseDie Rohölpreise kletterten zwischenzeitlich wieder über 110 US-Dollar pro Barrel, was Inflationsängste schürte und das globale Wachstum belasten könnte. Die Futures für Rohöl der Sorte Brent, die globale Benchmark, lagen zuletzt um 1,6 Prozent niedriger bei 112,65 US-Dollar pro Barrel. Michael Brown, Senior Research Strategist bei Pepperstone, erklärte trotz der anhaltenden Angriffe, er glaube weiterhin, dass der Krieg auf eine „Deeskalation in irgendeiner Form" zuzusteuern scheine.
An den US-Märkten gerieten FedEx und United Parcel Service unter Druck, nachdem Amazon die Einführung eines neuen Angebots angekündigt hatte, das den Wettbewerb mit den Zustelldiensten verschärfen würde. Energiewerte erholten sich hingegen infolge des Rohölpreisanstiegs und stemmten sich damit gegen den allgemeinen Abwärtstrend.


