Türkei will dem EU-Zahlungssystem SEPA beitreten
Außenminister Hakan Fidan bestätigt: Ankara strebt Mitgliedschaft im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum der EU an.

Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat am Mittwoch offiziell bestätigt, dass die Türkei den Beitritt zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) der Europäischen Union anstrebt. Laut Fidan befassen sich türkische Finanzinstitute derzeit aktiv mit dieser Angelegenheit. Das Ziel: eine vollständige Teilnahme am europäischen Zahlungsnetzwerk.
Fidan äußerte sich im Rahmen einer Pressekonferenz, nachdem er am Dienstag in Ankara Gespräche mit EU-Außenbeauftragter Kaja Kallas sowie zwei weiteren EU-Kommissaren geführt hatte. Die Treffen in der türkischen Hauptstadt unterstreichen die aktuell intensivierten diplomatischen Kontakte zwischen Ankara und Brüssel. Die SEPA-Mitgliedschaft war dabei offenbar ein zentrales Thema.
Was ist SEPA und warum ist es für die Türkei relevant?
Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum umfasst derzeit 41 Länder und ermöglicht grenzüberschreitende Euro-Transaktionen, die kostengünstiger, schneller und sicherer sind als herkömmliche internationale Überweisungen. SEPA ist dabei nicht ausschließlich auf EU-Mitgliedstaaten beschränkt – auch Nicht-EU-Länder wie Norwegen, Island, die Schweiz oder das Vereinigte Königreich nehmen am System teil. Für die Türkei würde eine Mitgliedschaft den Zahlungsverkehr mit europäischen Partnern erheblich vereinfachen.
Für deutsche Unternehmen und Privatpersonen, die regelmäßig Transaktionen in die Türkei durchführen, wäre ein türkischer SEPA-Beitritt von praktischer Bedeutung. Überweisungen in die Türkei könnten dann zu denselben Konditionen wie innereuropäische Zahlungen abgewickelt werden – ohne zusätzliche Gebühren oder lange Bearbeitungszeiten. Die Türkei ist ein wichtiger Handelspartner Deutschlands und der EU insgesamt.
Verhandlungen zwischen Türkei und EU laufen
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Zur AktienanalyseDie Türkei und die EU führen nach Angaben des Ministers bereits Verhandlungen über eine mögliche Teilnahme des Landes am SEPA-System. Ein konkreter Zeitplan oder ein Abschlussdatum für diese Gespräche wurde bislang nicht genannt. Die Entwicklung ist jedoch ein weiteres Zeichen für die anhaltenden Bemühungen der Türkei, ihre wirtschaftliche Integration mit Europa voranzutreiben.
Die Türkei ist seit Jahrzehnten EU-Beitrittskandidat, die Beitrittsgespräche liegen jedoch seit Jahren weitgehend auf Eis. Unabhängig davon sucht Ankara verstärkt nach Wegen zur praktischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der EU – der SEPA-Beitritt wäre ein konkreter Schritt in diese Richtung. Beobachter sehen darin ein Signal für eine pragmatische Annäherung zwischen beiden Seiten, jenseits der festgefahrenen politischen Beitrittsdebatte.


