Türkische Zentralbank hält Leitzins stabil bei 37 Prozent
Die türkische Notenbank pausiert ihren Lockerungszyklus zum dritten Mal in Folge – wegen des Iran-Konflikts und steigender Inflation.

Die türkische Zentralbank hat ihren Leitzins am Donnerstag unverändert bei 37% belassen. Es ist bereits die dritte Sitzung in Folge, in der die Währungshüter keine Änderung vorgenommen haben. Im Fokus der Notenbank stehen weiterhin die inflationären Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die türkische Wirtschaft.
Neben dem Leitzins beließ die Bank auch den Spitzenrefinanzierungssatz bei 40% sowie den Zinssatz für Tagesgeldaufnahmen bei 35,5%. Mit diesem sogenannten Zinskorridor verfügt die Zentralbank über ein flexibles Instrument, um die Refinanzierungskosten am Markt zu steuern, ohne den offiziellen Leitzins anpassen zu müssen.
Lockerungszyklus gestoppt – Krieg als Auslöser
Die Zentralbank hatte Ende 2024 begonnen, die Zinsen schrittweise zu senken. Dieser Lockerungszyklus wurde jedoch nach dem Kriegsausbruch Ende Februar abrupt gestoppt. Seitdem hat die Notenbank zusätzliche Liquiditätsmaßnahmen ergriffen, die den Overnight-Satz der türkischen Lira bis an die Obergrenze von 40% ansteigen ließen.
Der Iran-Konflikt hat die Energiepreise sprunghaft in die Höhe getrieben. Das setzt besonders importabhängige Volkswirtschaften wie die Türkei unter erheblichen Druck. Die türkische Inflation lag im vergangenen Monat bei 32,61% – ein Wert, der die Handlungsspielräume der Notenbank stark einschränkt.
Inflationsziel deutlich angehoben
Im Mai veröffentlichte die Zentralbank ihren vierteljährlichen Inflationsbericht und passte ihre Prognosen erheblich an. Das Inflationszwischenziel für Ende 2026 wurde von ursprünglich 16% auf nun 24% angehoben – eine deutliche Korrektur nach oben, die das veränderte wirtschaftliche Umfeld widerspiegelt.
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Zur AktienanalyseDie Bank prognostizierte zudem, dass die kurzfristigen inflationären Auswirkungen des Iran-Krieges „ausgeprägt" bleiben würden. Für deutsche Anleger und Beobachter der Schwellenmärkte verdeutlicht dies, wie stark geopolitische Schocks die Geldpolitik aufstrebender Volkswirtschaften beeinflussen können. Die Türkei steht dabei exemplarisch für eine Reihe von Ländern, die als Energieimporteure besonders verwundbar gegenüber regionalen Konflikten im Nahen Osten sind.
Die nächsten Sitzungen der türkischen Zentralbank dürften zeigen, ob und wann die Notenbank ihren unterbrochenen Zinssenkungspfad wieder aufnehmen kann – vorausgesetzt, die Inflationsdynamik lässt dies zu.


