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Tyra Banks' Modelshow: Doku enthüllt dunkle Seiten des Reality-TV

Neue Dokumentation beleuchtet kontroverse Praktiken bei America's Next Top Model der frühen 2000er Jahre.

Tyra Banks' Modelshow: Doku enthüllt dunkle Seiten des Reality-TV

Eine neue dreiteilige Dokumentation wirft ein kritisches Licht auf die Reality-Show "America's Next Top Model" und deren Schöpferin Tyra Banks. Die Sendung, die 2018 nach 24 Staffeln endete, erlebte während der Corona-Pandemie ein unerwartetes Revival – allerdings unter völlig anderen Vorzeichen.

Social-Media-Nutzer entdeckten die Show neu und begannen, sie durch eine kritischere Brille zu betrachten. Was in den 2000er Jahren als innovatives Format galt, erscheint heute als problematische Unterhaltung mit fragwürdigen Praktiken. Besonders schockierend: Kandidatinnen wurden für Fotoshootings so geschminkt, dass sie wie Angehörige anderer ethnischer Gruppen aussahen – und das gleich zweimal.

Die Dokumentation zeigt ein ungeschöntes Bild der Sendung. Ehemalige Teilnehmerinnen und Juroren berichten von extremen Stresssituationen, Erschöpfungszuständen und ausbeuterischen Produktionsmethoden. Eine Kandidatin musste sich einer schmerzhaften Zahnoperation unterziehen, andere kollabierten vor Erschöpfung.

Kontroverse um Verantwortung

Besonders brisant: Eine ehemalige Teilnehmerin berichtet von einem Vorfall, der wie ein sexueller Übergriff wirkt. Die Kameras filmten weiter, statt einzugreifen. Tyra Banks distanziert sich mit der Aussage, die Produktion sei "nicht ihr Revier" gewesen – obwohl sie als Schöpferin und ausführende Produzentin firmierte.

Banks und Produzent Ken Mok verteidigten die Show ursprünglich als Gegenentwurf zu gängigen Beauty-Standards. Als schwarzes Model während der "Heroin Chic"-Ära wollte Banks Vielfalt fördern. Doch die Realität sah anders aus: Im Mittelpunkt stand nicht die beste Kandidatin, sondern die dramatischsten Handlungsstränge.

Fehlende Einsicht

Weder Banks noch Mok zeigen in der Dokumentation echte Reue oder tieferes Verständnis für die heutige Kritik. Die Aufarbeitung bleibt damit eine faszinierende, aber beklemmende Zeitkapsel der frühen 2000er Jahre – ohne die erhoffte Selbstreflexion der Verantwortlichen. Die Dokumentation macht deutlich, wie sich gesellschaftliche Standards und Erwartungen an Reality-TV fundamental gewandelt haben.

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