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UAW streikt bei American Axle: GM-Truck-Produktion in Gefahr

Fast 1.000 Beschäftigte in Michigan legen die Arbeit nieder – und gefährden damit die Fertigung wichtiger GM-Pickup-Komponenten.

UAW streikt bei American Axle: GM-Truck-Produktion in Gefahr

Fast 1.000 Beschäftigte des Automobilzulieferers American Axle im amerikanischen Three Rivers, Michigan, sind in den Streik getreten. Die Arbeitsniederlegung begann am Montag um 00:01 Uhr und unterbricht die Produktion wichtiger Komponenten für die Midsize- und Full-Size-Pickup-Modelle von General Motors (GM). Hintergrund ist ein festgefahrener Tarifstreit zwischen der Belegschaft und dem Unternehmen.

Im Kern des Konflikts steht eine seit Jahren schwelende Lohnfrage. Die Beschäftigten hatten im Jahr 2008 einer Halbierung ihrer Gehälter zugestimmt, um den Betrieb des Werks in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu sichern. Seitdem, so die Vorwürfe der Arbeitnehmer, haben sich die Löhne trotz deutlich verbesserter Geschäftslage nicht erholt – obwohl American Axle in den vergangenen Jahren dank der starken Absatzzahlen von GM-Pickups hohe Gewinne eingefahren hat.

UAW-Chef Fain mit scharfer Kritik

UAW-Präsident Shawn Fain machte in einem Livestream am späten Sonntagabend unmissverständlich klar, auf welcher Seite die Gewerkschaft steht. „Seit 18 Jahren haben diese Mitglieder Ihnen ein Imperium aus Profiten aufgebaut, während sie wie Dreck behandelt wurden. Sie haben Lohnkürzungen und Einschnitte bei den Sozialleistungen hingenommen. Sie haben ihr Herzblut in dieses Werk gesteckt", sagte Fain in seiner Streikankündigung.

Der Gewerkschaftspräsident ließ keinen Zweifel daran, dass die UAW den Druck aufrechterhalten will. „Wir werden den Streik fortsetzen, bis dieses Unternehmen zur Vernunft kommt und diese Arbeiter mit Würde und Respekt behandelt", fügte Fain hinzu. Die Gewerkschaft United Auto Workers gilt als eine der einflussreichsten Industriegewerkschaften der USA und hatte zuletzt 2023 mit einem koordinierten Streik gegen die großen amerikanischen Automobilhersteller Ford, GM und Stellantis erhebliche Lohnerhöhungen durchgesetzt.

Bedeutung für General Motors und den US-Automarkt

Der Streik bei American Axle trifft General Motors an einem empfindlichen Punkt. Pickup-Trucks wie der Chevrolet Silverado und der GMC Sierra gehören zu den meistverkauften und profitabelsten Fahrzeugen des Konzerns in Nordamerika. Zulieferer wie American Axle, die Achsen und Antriebsstrangkomponenten fertigen, sind dabei unverzichtbare Glieder in der Produktionskette.

Für deutsche Anleger, die in GM oder den amerikanischen Automobilsektor investiert sind, ist der Ausstand ein Signal, dass Arbeitskonflikte in der US-Industrie weiterhin ein relevantes Risiko darstellen. Sollte der Streik andauern, könnte die Versorgung mit Schlüsselkomponenten ins Stocken geraten und die Fahrzeugproduktion bei GM beeinträchtigen.

Die Verhandlungen zwischen American Axle und der UAW sind nach aktuellem Stand festgefahren. Wann eine Einigung erzielt werden könnte, ist derzeit offen. Beide Seiten haben bislang keine konkreten Kompromisssignale gesendet.

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