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Überfüllte Züge in England: Die zehn schlimmsten Verbindungen

Britische Bahndaten enthüllen: Ein Thameslink-Zug erreichte 176% Auslastung – doch die Überfüllung sinkt erstmals seit 2020.

Überfüllte Züge in England: Die zehn schlimmsten Verbindungen

Das britische Verkehrsministerium (Department for Transport, DfT) hat die Daten zu den am stärksten überfüllten Zugverbindungen in England und Wales veröffentlicht. Spitzenreiter ist ein Thameslink-Dienst auf der Strecke von Bedford nach Three Bridges in West Sussex, der kurz nach 08:00 Uhr am Bahnhof London St Pancras einen Auslastungsgrad von 176 Prozent erreichte. Auf Platz zwei folgt ein West-Midlands-Dienst von London Euston nach Crewe mit 170 Prozent Auslastung – gemessen bei der Abfahrt am Bahnhof Euston um 17:46 Uhr.

Den dritten Platz belegt ein Zug von Transport for Wales auf der Strecke von Bridgend nach Rhymney, der in Llanishen eine Auslastung von 161 Prozent verzeichnete. Vier der zehn am stärksten frequentierten Verbindungen wurden vom Anbieter South Western betrieben, während Thameslink insgesamt dreimal in der Liste vertreten ist.

Die zehn überfülltesten Zugverbindungen im Überblick

Die vollständige Rangliste der überfülltesten Verbindungen mit Auslastungsgrad und Zeitpunkt der höchsten Auslastung:

  • Thameslink: Bedford → Three Bridges über London St Pancras (176% um 08:09 Uhr)
  • West Midlands: London Euston → Crewe (170% um 17:46 Uhr)
  • Transport for Wales: Bridgend → Rhymney über Llanishen (161% um 16:45 Uhr)
  • South Western: Alton → London Waterloo (159% um 08:22 Uhr)
  • Thameslink: Bedford → Three Bridges über London St Pancras (155% um 08:24 Uhr)
  • South Western: Fareham → London Waterloo über Vauxhall (151% um 08:19 Uhr)
  • Thameslink: Epsom → London Bridge (150% um 08:28 Uhr)
  • South Western: Portsmouth Harbour → London Waterloo über Vauxhall (149% um 08:27 Uhr)
  • South Western: London Waterloo → Basingstoke über Vauxhall (147% um 17:50 Uhr)
  • West Midlands: London Euston → Birmingham New Street (146% um 17:56 Uhr)

Die Daten basieren auf Fahrgastzählungen, die an Dienstagen, Mittwochen und Donnerstagen zwischen September und Dezember 2025 durchgeführt wurden. Sie repräsentieren den Reiseverkehr an einem typischen Herbstwerktag. Insgesamt zeigen die Zahlen, dass die Überfüllung in Pendlerzügen zum ersten Mal seit 2020 leicht zurückgegangen ist – ein Rückgang, den das DfT auf eine Erhöhung der Kapazitäten zurückführt.

Erstmals seit 2020 sinkt die Überfüllung

Lediglich 1,1 Prozent der Reisenden in den Stoßzeiten befanden sich in einem überfüllten Zug. Im Vergleich zum Herbst 2024 sank die Überfüllung insgesamt leicht, wobei durchschnittlich 16.800 Fahrgäste pro Tag – entsprechend rund einem Prozent – über die Kapazitätsgrenzen hinaus reisten. Die Sitzplatzkapazität stieg im vergangenen Jahr laut DfT um vier Prozent.

An einem typischen Herbsttag wurden insgesamt durchschnittlich 1,9 Millionen Fahrten gezählt, von denen mehr als 1,2 Millionen auf London entfielen. Besonders auffällig: Ein Viertel der Fahrgäste, die in den Stoßzeiten von und nach London reisten, musste stehen. In anderen Städten hingegen konnten nur fünf Prozent der Fahrgäste keinen Sitzplatz finden.

Ein Sprecher des DfT erklärte: „Die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste – 98,9 Prozent – reist in der Regel auf Verbindungen, die nicht überfüllt sind. Dort, wo es während der Stoßzeiten zu Engpässen kommt, wird an einer Verbesserung der Kapazitäten gearbeitet." Der Sprecher verwies darauf, dass GTR seine meistgenutzten Pendlerdienste um zusätzliche Wagen ergänzt habe, während South Western Railway die Kapazität im letzten Jahr durch neue Züge um fast 30 Prozent gesteigert habe.

Ein Sprecher von Thameslink betonte, dass die Züge so konzipiert seien, dass sie auf den am stärksten frequentierten Pendlerstrecken ausreichend Stehplätze bieten. „Wir überwachen ständig die Auslastung unserer Dienste und nehmen kontinuierlich Änderungen vor, um mehr Platz zu schaffen. Allein in den letzten Jahren haben wir die Züge auf einigen unserer am stärksten genutzten Verbindungen von Bedford nach London verlängert und einen zusätzlichen Dienst in der Hauptverkehrszeit eingeführt", so der Sprecher.

Das DfT sieht in der geplanten Zusammenführung von Schiene und Zugbetrieb unter dem Dach von Great British Railways einen weiteren Schritt zur Verbesserung. Diese Reform soll laut Ministerium dazu beitragen, einen vernetzten Service zu schaffen, bei dem die Fahrgäste an erster Stelle stehen.

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