UBS: Automobilsektor unter Druck – Stellantis und Continental als Top-Picks
Die Schweizer Großbank sieht europäische Autotitel belastet, setzt aber auf Turnaround-Kandidaten mit klaren Katalysatoren.

UBS warnt vor zunehmendem Gegenwind für den europäischen Automobilsektor. Der anhaltende Nahostkonflikt treibt Energie- und Vorleistungskosten in die Höhe, belastet Lieferketten und trübt die Nachfrageaussichten. Seit Beginn des Konflikts hat der Sektor bereits 10 bis 15 Prozent verloren.
Die Analysten der Schweizer Großbank sehen die Ursache in der Kosteninflation und einer schwächeren weltweiten Produktion von Leichtfahrzeugen. Trotz des schwierigen Umfelds identifiziert UBS jedoch Titel mit unternehmensspezifischen Katalysatoren und Turnaround-Potenzial. Die Bank hebt dabei Stellantis und Continental als ihre bevorzugten Werte hervor.
Stellantis: Nordamerika-Turnaround als Kurstreiber
Bei Stellantis stützt UBS seine konstruktive Einschätzung auf eine laufende Turnaround-Story in Nordamerika. Neue Produkteinführungen und ein verbesserter Fahrzeugmix sollen das bereinigte operative Ergebnis um rund 3 Milliarden Euro steigern. Anstehende Quartalsergebnisse sowie ein Kapitalmarkttag im Mai gelten als kurzfristige Kurstreiber.
Allerdings benennen die Analysten auch ein wesentliches Risiko: Anhaltend hohe Kraftstoffpreise könnten US-Verbraucher in Richtung kleinerer Fahrzeuge mit niedrigeren Margen drängen. Das würde die Erholung des Nordamerika-Geschäfts bremsen und den positiven Mix-Effekt abschwächen.
Continental: ContiTech-Verkauf soll Milliardenwert freisetzen
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFür Continental sieht UBS den geplanten Verkauf der Sparte ContiTech als zentralen Werttreiber. Die Transaktion könnte durch eine Sonderdividende und eine Neubewertung des verbleibenden Kerngeschäfts als fokussierter Reifenhersteller erheblichen Shareholder-Value freisetzen. UBS schätzt das realisierbare Potenzial auf 40 bis 50 Euro je Aktie.
Darüber hinaus würde die Abspaltung den erheblichen Bewertungsabschlag gegenüber Wettbewerbern verringern. Das Investment-Case rund um das Reifengeschäft würde sich deutlich vereinfachen und damit für institutionelle Investoren attraktiver werden.


