UBS: Goldrücksetzer auf 3.850 Dollar als Kaufgelegenheit nutzen
UBS-Strategen empfehlen Anlegern, Kursrückgänge bei Gold gezielt zum Positionsaufbau zu nutzen, statt bearish zu werden.

Die Schweizer Großbank UBS rät Anlegern, Kursrücksetzer beim Goldpreis in Richtung 3.850 US-Dollar pro Unze als Einstiegsgelegenheiten zu betrachten. Das erklärten die UBS-Strategen Dominic Schnider und Giovanni Staunovo in einer Mitteilung vom Dienstag. Statt einer bearishen Haltung empfehlen sie, Schwächephasen aktiv zum Positionsaufbau zu nutzen.
Als kurzfristige Belastungsfaktoren nennen Schnider und Staunovo die erneut eskalierenden militärischen Spannungen im Nahen Osten sowie steigende Ölpreise. Diese Entwicklungen erzeugten neuen Gegenwind für Gold, was sich in einer verhaltenen Investmentnachfrage und schwächeren Preisen widerspiegele. Auch die restriktiven Signale von Fed-Chef Kevin Warsh sowie die Erwartungen der Rentenmärkte an höhere US-Leitzinsen belasten den Goldmarkt derzeit.
Zentralbankkäufe allein reichen nicht aus
Zwar hat die Nachfrage der Zentralbanken nach Angaben der UBS wieder angezogen, doch die Bank betont, dass dies „allein nicht ausreicht, um die Preise nach oben zu treiben". Für das Gesamtjahr erwartet die UBS Zentralbankkäufe von 750 bis 1.000 Tonnen – ein historisch hohes Niveau, das jedoch ohne begleitende Investmentnachfrage nicht als alleiniger Preistreiber fungieren kann.
Laut den UBS-Strategen ist eine Investmentnachfrage von rund 500 Tonnen pro Quartal erforderlich, um den Goldpreis nachhaltig anzukurbeln. Dies würde wahrscheinlich ein makroökonomisches Umfeld voraussetzen, das entweder eine weniger restriktive Geldpolitik oder stagflationsähnliche Bedingungen begünstigt. Sollte die US-Wirtschaft positiv überraschen, bleibe „der kurzfristige Ausblick für Gold herausfordernd", was die Preise potenziell auf 3.850 Dollar pro Unze oder darunter drücken könnte.
Langfristiges Narrativ bleibt intakt
Trotz der kurzfristigen Herausforderungen betont die UBS, dass das längerfristige Narrativ für Gold „klar und unterstützend bleibt". Als tragende Argumente nennen die Strategen säkulare Schuldenbedenken sowie einen hohen US-Dollar-Kurs, in dem globale Anleger strukturell übergewichtet seien. Diese Faktoren sprechen langfristig für eine anhaltende Attraktivität des Edelmetalls als Absicherungsinstrument.
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Zur AktienanalyseFür Anleger mit einem generationenübergreifenden Anlagehorizont bleibt Gold laut UBS „unter Diversifikationsaspekten haltenswert". Die Empfehlung der Bank richtet sich damit besonders an langfristig orientierte Investoren, die Gold als strategische Beimischung im Portfolio halten. Kurzfristige Preisschwankungen sollten diese Anlegergruppe demnach nicht zu einem Abbau ihrer Positionen verleiten, sondern eher zum gezielten Nachkauf animieren.
Für deutsche Privatanleger ist die UBS-Einschätzung besonders relevant, da Gold traditionell als Krisenwährung und Inflationsschutz gilt. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Schuldendynamiken und einem strukturell schwächeren Dollar-Umfeld bildet langfristig ein unterstützendes Fundament für das Edelmetall – auch wenn kurzfristig Gegenwind herrscht.


