UBS hebt Kursziel für Novo Nordisk auf 390 DKK an
Die Schweizer Großbank UBS hat ihr Kursziel für die Novo Nordisk-Aktie deutlich von 295 auf 390 Dänische Kronen angehoben. Grund ist die bevorstehende Markteinführung der Wegovy-Abnehmpille in Tablettenform.

Die UBS hat ihr 12-Monats-Kursziel für den dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk deutlich von 295 auf 390 Dänische Kronen erhöht. Als Hauptgründe nennen die Analysten um Matthew Weston gestiegene Bewertungsmultiplikatoren im Pharmasektor sowie die erhöhte Aufmerksamkeit der Investoren vor der Markteinführung der Wegovy-Pille. Die neutrale Einstufung der Aktie bleibt jedoch bestehen.
Vorsichtige Erwartungen für den Marktstart
Die Analysten warnen vor zu hohen Erwartungen an die ersten Verschreibungsdaten. "Wir sehen einen erheblichen Fokus auf die anfänglichen Verschreibungsdaten für die Wegovy-Pille, aber die Daten werden die Markteinführung wahrscheinlich nicht vollständig widerspiegeln", so die UBS-Experten. Die wichtigen NovoCare- und Telemedizin-Kanäle, die als größte Quellen für Barzahlungs-Verschreibungen gelten, werden erst später im ersten Quartal in den Daten erfasst.
Zudem wird der frühe Versicherungsschutz durch Vorabgenehmigungen und gestufte Behandlungspläne eingeschränkt, was das Tempo der Akzeptanz in den ersten Wochen begrenzen dürfte. Die UBS verweist auf frühere Markteinführungen von Adipositas-Medikamenten: Sowohl Wegovy als auch Eli Lillys Zepbound benötigten mehrere Wochen, bevor sie aussagekräftige Verschreibungsvolumina erreichten.
Prognose: 400.000 Verschreibungen im Q1
Für das erste Quartal prognostiziert die UBS etwa 400.000 Verschreibungen der Wegovy-Pille. Dies wäre vom Volumen her vergleichbar mit der Einführung von Zepbound und "deutlich stärker als die anfängliche Wegovy-Einführung, da der Zugang etablierter ist". Der Barzahlungspreis von 149 US-Dollar soll die Zugänglichkeit in der Hausarztpraxis deutlich verbessern.
Langfristpotenzial begrenzt
Die langfristigen Erwartungen fallen jedoch verhaltener aus. Die UBS schätzt den Spitzenumsatz für die Wegovy-Pille auf 3,25 Milliarden US-Dollar – deutlich unter der Prognose von 16 Milliarden Dollar für das injizierbare Wegovy. Die niedrigere Einschätzung begründen die Analysten mit Bedenken zur Langzeitpersistenz: Studien zeigen höhere Abbrecherquoten, zudem besteht eine begrenzte Resistenz gegenüber wöchentlichen Injektionen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur Aktienanalyse"Wir erwarten, dass der Barzahlungspreis und das orale Angebot Begeisterung für die Zugänglichkeit wecken werden, was wahrscheinlich zu einer starken anfänglichen Akzeptanz führen wird. Wir erwarten jedoch kein anhaltend stärkeres sequenzielles Wachstum bis zum Ende des Jahrzehnts", schreiben die Analysten.
Bewertungsanpassung im Fokus
Die Erhöhung des Kursziels war hauptsächlich durch Bewertungsfaktoren bedingt und nicht durch Änderungen der Gewinnprognosen. Die Analysten erklären, die Hochstufung spiegele höhere Sektormultiplikatoren und eine Verschiebung der relativen Bewertung von Novo Nordisk wider. Das Unternehmen wird nun mit einem Aufschlag gegenüber europäischen Pharmakonkurrenten bewertet, "um die historische relative Prämie von Novo in der Branche auch in Zeiten geringeren Wachstums zu berücksichtigen".


