UBS hebt S&P 500 Jahresprognose wegen KI-Nachfrage und Konsumstärke an
UBS erhöht sein Kursziel für den S&P 500 und sieht Bullenmarkt-Treiber weiterhin intakt – KI und Halbleiter im Fokus.

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Jahresprognose für den S&P 500 angehoben und bleibt für US-Aktien optimistisch gestimmt. Die Strategen der Bank sehen die zentralen Treiber des laufenden Bullenmarktes weiterhin als intakt an. Gleichzeitig wächst die Zahl der Brokerhäuser, die ihre Kursziele für den amerikanischen Leitindex in den vergangenen Wochen nach oben korrigiert haben.
Das neue Kursziel von UBS impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 6% gegenüber dem zuletzt verzeichneten Schlussstand des S&P 500 von 7.445,72 Punkten. Zusätzlich führte die Bank ein neues Ziel von 8.200 Punkten für Juni 2027 ein. Die Einschätzung für US-Aktien wurde dabei unverändert auf „attraktiv" belassen.
„Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass die Treiber des Bullenmarktes intakt bleiben: ein widerstandsfähiges Wirtschafts- und Gewinnwachstum, eine unterstützende Federal Reserve und der Rollout von KI", schrieben die UBS-Strategen in einer Mitteilung vom Donnerstag. Diese drei Faktoren bilden das Fundament für den anhaltenden Optimismus der Bank gegenüber amerikanischen Aktien.
Halbleiter und Rechenzentren treiben Gewinnwachstum
Parallel zur Kurszielanhebung hob UBS auch ihre Schätzung für den Gewinn je Aktie im S&P 500 für das Jahr 2026 deutlich an – von 310 auf 335 US-Dollar. Die Aufwärtsrevision ist dabei auf wenige Schlüsselbereiche konzentriert. Etwa die Hälfte des Anstiegs entfällt auf die Nachfrage nach Halbleitern, insbesondere auf die Preisgestaltung bei Speicherchips. Ein weiteres Viertel resultiert aus höheren Gewinnen im Energiesektor sowie steigenden Investitionen in Rechenzentren.
Diese Einschätzung deckt sich mit den jüngsten Quartalsergebnissen: Laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG vom 15. Mai waren die Gewinne im S&P 500 für das erste Quartal auf dem besten Weg, im Jahresvergleich um fast 29% zu steigen. Ein Großteil dieses Wachstums wurde durch die KI-bezogenen Schwergewichte an der Wall Street angetrieben.
Auch Morgan Stanley hat sich zuletzt mit einem ambitionierten Ausblick positioniert: Das US-Institut prognostiziert bis Ende 2026 einen Stand von 8.000 Punkten für den S&P 500, gestützt auf starke KI-getriebene Investitionen und Gewinnoptimismus. Inflationsrisiken durch höhere Ölpreise im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt werden dabei weitgehend ausgeblendet.
Risikofaktor Straße von Hormus
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Zur AktienanalyseTrotz des grundsätzlichen Optimismus weist UBS auf ein konkretes geopolitisches Risiko hin. Die Bank gibt zu bedenken, dass das Ausbleiben einer Lösung rund um die Straße von Hormus die bullishen Markttreiber zunehmend untergraben könnte. Jüngste Anstiege bei Ölpreisen und Zinssätzen setzen bereits einige Sektoren unter Druck.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den globalen Ölhandel. Spannungen in dieser Region können die Energiepreise erheblich beeinflussen und damit indirekt auf Unternehmensgewinne und Konsumausgaben durchschlagen – zwei der zentralen Stützen, auf die UBS seinen Optimismus stützt.
Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien oder entsprechende ETFs investiert sind, unterstreicht die Prognose die anhaltende Bedeutung des KI-Sektors als Wachstumstreiber. Gleichzeitig mahnt das geopolitische Risikoszenario zur Wachsamkeit gegenüber möglichen Korrekturen, sollte sich die Lage im Nahen Osten verschärfen.


