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UBS kämpft gegen Schweizer Kapitalanforderungen – Geschäftsmodell bedroht

UBS-Präsident Kelleher warnt: Neue Schweizer Kapitalregeln könnten 22 Milliarden Dollar kosten und wichtige Geschäftsentscheidungen erzwingen.

UBS kämpft gegen Schweizer Kapitalanforderungen – Geschäftsmodell bedroht

UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hat auf der Generalversammlung in Basel eindringlich vor den geplanten Schweizer Kapitalanforderungen gewarnt. Die Vorschläge könnten das Geschäftsmodell der Bank bedrohen und nach Einschätzung der UBS zu einem zusätzlichen Kapitalbedarf von 22 Milliarden Dollar führen. Kelleher betonte, die Maßnahmen würden wenig zur Finanzstabilität beitragen, gleichzeitig aber wachsenden Druck von Märkten und Aktionären auslösen.

Hintergrund der Debatte ist der Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023. Die Schweizer Regierung strebt seitdem neue Bankenvorschriften an, um eine Wiederholung einer solchen Krise zu verhindern. Die UBS – die einzige verbliebene globale Großbank der Schweiz – hatte die Credit Suisse damals im Rahmen einer staatlich orchestrierten Notübernahme übernommen und ist seither ins Visier der Regulatoren geraten.

Trotz der scharfen Kritik bekannte sich Kelleher klar zum Standort Schweiz: „Wir sind ebenso ein integraler Bestandteil der Schweiz, wie unser Schweizer Erbe ein Teil von uns ist. Wir wollen unseren Hauptsitz in der Schweiz behalten." Eine Verkleinerung der Bank schloss er jedoch ausdrücklich aus und unterstrich die Wachstumsambitionen des Instituts in Asien und den Vereinigten Staaten.

Ermotti kündigt entschlossenen Widerstand an

Gleichzeitig machte CEO Sergio Ermotti unmissverständlich klar, wie ernst die UBS die Lage nimmt. „Wir werden bis zur letzten Minute kämpfen", sagte Ermotti. Er bezeichnete die aktuelle Phase als entscheidend für die Neugestaltung des künftigen Regulierungsrahmens der Schweiz und versprach, die Position der UBS energisch zu verteidigen. Der Schweizer Bundesrat wird seine Kapitalvorschläge voraussichtlich noch im Laufe dieses Monats präzisieren.

Kelleher ließ dabei keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Situation: „Es ist unsere Pflicht, angemessene Maßnahmen zu prüfen, um den negativen Auswirkungen dieser extremen Vorschläge zu begegnen, sollten sie bestätigt werden." Er fügte hinzu, dass „wichtige Geschäftsentscheidungen bald unvermeidlich werden könnten." Auch der Umfang künftiger Aktienrückkäufe hänge laut Kelleher vom künftigen Regulierungsregime ab.

Reuters berichtete zudem, dass Ermotti bis weit in die zweite Jahreshälfte 2027 an der Spitze der Bank bleiben könnte, da sich bisher kein offensichtlicher interner Nachfolger abgezeichnet hat. Kelleher dankte Ermotti für die erfolgreiche Integration der Credit Suisse, die sich nun auf der Zielgeraden befinde.

Ethos Stiftung stellt sich gegen UBS-Position

Nicht alle Stimmen auf der Generalversammlung unterstützten die Haltung der UBS. Die Ethos Stiftung, ein Stimmrechtsberater, der im Namen mehrerer Pensionskassen und anderer Investoren sprach, stellte sich klar hinter die von der Regierung vorgeschlagenen strengeren Kapitalanforderungen. „Wir dürfen kein System zulassen, in dem Führungskräfte belohnt werden, während das Risiko vom Finanzsystem und den Steuerzahlern getragen wird", sagte Vincent Kaufmann, CEO der Ethos Stiftung.

Kaufmann übte darüber hinaus Kritik an der Nachhaltigkeitsbilanz der UBS. Er bemängelte, dass nachhaltige Investitionen nur einen kleinen Bruchteil des gesamten verwalteten Vermögens der Bank ausmachen, und forderte die UBS auf, den Umfang der Kreditvergabe an die Erneuerbare- sowie die fossile Industrie offenzulegen. Auch eine kleine Gruppe von etwa einem Dutzend Demonstranten protestierte vor der Basler Kongresshalle gegen Finanzierungen im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen.

Kelleher räumte ein, dass Stakeholder zu Recht erwarteten, dass die UBS eine aktive Rolle beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft spiele, und betonte, die Bank nehme diese Verantwortung ernst.

Personelle Entscheidungen auf der Generalversammlung

Auf der Generalversammlung wurden auch wichtige personelle Weichen gestellt. Kelleher wurde mit 88,16 Prozent der Stimmen als UBS-Verwaltungsratspräsident wiedergewählt. Der ehemalige UBS-Compliance-Chef Markus Ronner trat dem Gremium als neuer Vizepräsident bei. Zudem wurden Luca Maestri und Augustin Carstens als neue Verwaltungsratsmitglieder bestätigt.

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