UBS prognostiziert 10% Aufwärtspotenzial für globale Aktien bis 2027
Die Schweizer Großbank sieht die Marktrallye als fundamental gerechtfertigt an – getragen von starkem Gewinnwachstum und KI-Investitionen.

UBS erwartet bis Mitte 2027 ein Aufwärtspotenzial von rund 10% für globale Aktien, gemessen am MSCI All Country World Index. Chief Investment Officer Mark Haefele begründet diese Einschätzung damit, dass die aktuelle Marktrallye durch ein robustes Gewinnwachstum „verdient" sei und nicht auf übermäßigem Enthusiasmus beruhe. Das Gewinnwachstum im S&P 500 war im ersten Quartal das stärkste seit vier Jahren.
Haefele sieht in dieser Entwicklung mehrere positive Treiber: eine gesunde Wirtschaftstätigkeit, anhaltende Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie verbesserte Erträge in zyklischeren Marktbereichen. Für das zweite Quartal erwartet UBS sogar ein noch höheres Gewinnwachstum. Für das Jahr 2026 prognostiziert die Bank ein Gewinnwachstum von 21% für globale Aktien, gefolgt von einem weiteren soliden Jahr 2027.
Breite Diversifikation statt Technologiefokus
Trotz der positiven Gesamteinschätzung mahnt UBS zur Wachsamkeit bei der KI-Wachstumsstory. Die Bank weist darauf hin, dass sich die Profiteure der KI-Einführung im Laufe der Zeit wahrscheinlich verschieben werden – „weg von Halbleitern und Infrastruktur hin zu Energie, Anwendungen und Unternehmen, welche die Technologie in Produktivitätsgewinne ummünzen können". Anleger müssten diese Entwicklung kontinuierlich neu bewerten.
Haefele betont, dass die nächste Phase des Marktzyklus nicht durch eine einzelne Renditequelle definiert werde, sondern durch „eine breitere Gruppe von Unternehmen und Regionen, die Gewinnwachstum liefern". Als Beleg verweist er auf die jüngste Outperformance zyklischer Sektoren wie Finanzwerte sowie defensiver Nachzügler wie dem Gesundheitswesen gegenüber dem Technologiesektor. UBS empfiehlt Anlegern daher, ihr Engagement über verschiedene Regionen hinweg zu verbreitern, um ein breiteres Spektrum an Chancen zu nutzen und Einzelaktienrisiken zu steuern.
In diesem Zusammenhang stufte UBS europäische Aktien auf „Attraktiv" hoch. US-amerikanische und asiatische Aktien bleiben ebenfalls bevorzugte Märkte der Bank. Diese regionale Diversifizierung spiegelt die Überzeugung wider, dass Wachstumschancen künftig breiter gestreut sein werden als in den vergangenen Jahren, in denen US-Technologiewerte den Markt dominierten.
Risiken für die Rallye im Blick
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseUBS benennt jedoch auch konkrete Risiken, die die positive Entwicklung gefährden könnten. Dazu zählen:
- Erneute Befürchtungen hinsichtlich Zinserhöhungen der Zentralbanken, falls die Energiepreise steigen oder sich die Inflation als hartnäckig erweist
- KI-Investitionen (Capex) oder deren Monetarisierung bleiben hinter den Erwartungen zurück
- Ein holpriger Weg zu einem dauerhaften Frieden zwischen den USA und dem Iran
- Erhöhte Konzentrationsrisiken durch große Performance-Unterschiede zwischen einzelnen Aktien
Für deutsche Privatanleger ist die Botschaft von UBS klar: Die Marktrallye hat ein solides Fundament, doch blinde Konzentration auf einzelne Sektoren oder Regionen birgt Risiken. Eine breite Aufstellung über verschiedene Märkte und Branchen hinweg erscheint nach Einschätzung der Schweizer Großbank der sinnvollste Weg, um von den prognostizierten Gewinnen zu profitieren und gleichzeitig Risiken zu begrenzen.


