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UBS senkt Goldpreisprognosen wegen verzögerter Fed-Zinssenkungen

Die Schweizer Großbank revidiert ihre Goldpreis-Ziele um bis zu 900 Dollar nach unten – bleibt aber langfristig optimistisch.

UBS senkt Goldpreisprognosen wegen verzögerter Fed-Zinssenkungen

UBS hat seine Goldpreisprognosen deutlich nach unten korrigiert. Die Schweizer Großbank senkte ihre Zielpreise um 300 bis 900 US-Dollar pro Unze und begründet dies mit einem „doppelten Schlag": stärkere US-Wirtschaftsdaten und ein verschobener Zeitplan für Zinssenkungen der US-Notenbank Fed, der nun erst für das Jahr 2027 erwartet wird.

Die UBS-Strategen Dominic Schnider, Giovanni Staunovo und Wayne Gordon erklärten in einer Mitteilung, dass Gold erneut unter Druck geraten sei. Robuste Arbeitsmarktdaten und höhere Realrenditen hätten die Märkte dazu veranlasst, ihre Erwartungen in Richtung einer möglichen Zinserhöhung noch in diesem Jahr zu verschieben. Höhere Realrenditen gelten traditionell als Belastung für Gold, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft.

Kurzfristig sehen die UBS-Analysten weiteren Abwärtsdruck. Momentum-Indikatoren deuteten darauf hin, dass die Preise „weiterhin in den Bereich von 3.850 bis 4.000 US-Dollar pro Unze tendieren könnten". Zusätzlich habe die „verhaltene Reaktion auf die Eskalation zwischen den USA und dem Iran einige Gewinnmitnahmen begünstigt", wodurch Gold stärker traditionellen Makro-Treibern wie Realrenditen und dem US-Dollar ausgesetzt sei.

Moderate ETF-Abflüsse, aber keine Extrempositionierung

Bei den Gold-ETF-Beständen wurden moderate Abflüsse verzeichnet. UBS betonte jedoch, dass die Positionierung „weit von Extremwerten entfernt bleibt und Raum für eine erneute Beteiligung der Anleger lässt". Dies deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren noch nicht massenhaft aus dem Edelmetall ausgestiegen sind – ein potenziell stabilisierender Faktor.

Trotz der kurzfristigen Prognosekürzungen bleibt UBS „für Gold auf Sicht der nächsten 12 Monate konstruktiv". Das Basisszenario der Bank geht davon aus, dass die Fed die Zinsen im Jahr 2027 um bis zu 50 Basispunkte senken wird, begleitet von einem US-Wachstum unterhalb des Trends. Darüber hinaus sieht UBS „Spielraum für eine erneute Schwäche des US-Dollars" angesichts der hohen Fiskal- und Leistungsbilanzdefizite der Vereinigten Staaten. Ein schwächerer Dollar macht Gold für internationale Käufer günstiger und stützt in der Regel den Preis.

Zentralbanken bleiben wichtige Stütze für den Goldmarkt

Ein wesentlicher Faktor für die langfristig positive Einschätzung ist die anhaltend starke Nachfrage der Zentralbanken weltweit. UBS erwartet, dass die jährlichen Käufe im Bereich von 750 bis 1.000 Tonnen bleiben werden. Vorläufige Daten für Mai zeigten, dass die chinesische Zentralbank (People's Bank of China) 10 Tonnen Gold hinzufügte, während die usbekische Zentralbank fast 9 Tonnen kaufte. Diese strukturelle Nachfrage gilt als wichtige Unterstützung für den Goldpreis, unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.

UBS zieht daraus ein klares Fazit für Anleger: Eine Schwäche in Richtung 3.850 bis 4.000 US-Dollar pro Unze könnte sich „letztlich eher als Gelegenheit zum Aufbau von Positionen erweisen, anstatt als Grund, diese aufzugeben". Für deutsche Privatanleger, die Gold als Beimischung oder Absicherung im Portfolio halten, bedeutet dies: Die Bank sieht kurzfristigen Gegenwind, aber mittelfristig intakte Aufwärtsperspektiven für das Edelmetall.

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