UBS stuft BBVA auf „Neutral" herab – Türkei-Risiken belasten
Schwindende Gewinnpotenziale und wachsende Risiken im Türkei-Geschäft veranlassen UBS zur Herabstufung der spanischen Großbank.

Die Schweizer Großbank UBS hat die Aktie von BBVA am Montag von „Buy" auf „Neutral" herabgestuft und gleichzeitig das 12-Monats-Kursziel von 22,30 Euro auf 20,50 Euro je Aktie gesenkt. Als Hauptgründe nannte UBS den begrenzten Spielraum für weitere Gewinnheraufstufungen sowie ein eingeschränktes Potenzial für eine Neubewertung der Aktie. Zum Zeitpunkt der Herabstufung am 16. April notierten BBVA-Aktien bei 19,57 Euro, womit das neue Kursziel nur noch ein Aufwärtspotenzial von rund 5 % bietet.
Die UBS-Analysten reduzierten ihre Prognosen für das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) für den Zeitraum 2026 bis 2028 um 1 bis 2 %. Ausschlaggebend waren um 2 bis 4 % höhere Risikovorsorgen im Kreditgeschäft sowie ein gestiegener effektiver Steuersatz in Mexiko. „Gewinnkatalysatoren sind nun schwieriger zu finden", so die UBS-Analysten in ihrer Einschätzung.
Hintergrund ist die ehrgeizige Vierjahresprognose, die BBVA im Juli 2025 vorgelegt hatte. Diese habe letztlich „eine hohe Hürde für zusätzliche Revisionen des Ergebnisses je Aktie geschaffen", so die UBS. Die daraufhin folgenden Konsens-Heraufstufungen des EPS von 10 bis 20 % sind inzwischen abgeflacht – die Revisionen im ersten Quartal 2026 lagen nahezu bei null.
Türkei-Risiken rücken in den Fokus
Ein zentrales Element der Herabstufung ist das Türkei-Engagement von BBVA über die Tochtergesellschaft Garanti. Die UBS hebt einen Anstieg der Ölpreise um rund 50 % gegenüber dem Januarstand als wesentliches Risiko für den Disinflationspfad der Türkei hervor, da das Land ein Netto-Energieimporteur ist. Für Garanti erwartet die UBS bis Ende 2028 im Basisszenario einen Nettogewinn von 1,35 Milliarden Euro – in einem pessimistischeren Szenario wären es lediglich 1 Milliarde Euro, was den Konzerngewinn um 2,5 % belasten würde.
Die UBS senkte ihre Euro-Schätzungen für das Türkei-Geschäft für 2026 bis 2028 um 5 bis 7 %. Für die türkische Inflation prognostiziert die Bank 28 % bis Ende 2026 und 23 % bis Ende 2027, verglichen mit aktuell 31 %. Die Leitzinsen sollen von derzeit 38 % auf 33 % beziehungsweise 28,5 % sinken. Diese Prognosen liegen um 400 bis 700 Basispunkte über den vorherigen Schätzungen der UBS.
Mexiko und Rentabilität bleiben solide
Mexiko, das rund 50 % zum Konzernergebnis beiträgt, bleibt ein wichtiger Ertragspfeiler für BBVA. Die UBS erwartet dort für 2026 und 2027 ein jährliches Nettogewinnwachstum von 5 % – sowohl in Euro als auch in Lokalwährung. Damit liegt die Prognose allerdings unter der von BBVA selbst implizierten Erwartung im hohen einstelligen Bereich.
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Zur AktienanalyseBei der Rentabilität prognostiziert die UBS für BBVA eine Eigenkapitalrendite (Return on Tangible Equity) von 19,4 % für 2026 und 20,5 % für 2027. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 350 Basispunkten gegenüber dem europäischen Branchendurchschnitt – ein Zeichen, dass BBVA trotz der Herabstufung weiterhin profitabler als viele Wettbewerber agiert.
Bewertungsseitig wird BBVA derzeit mit dem 9-fachen des erwarteten Gewinns für 2027 gehandelt, was weitgehend dem europäischen Branchendurchschnitt von 9,5 auf Basis der nächsten 12 Monate entspricht. Damit hat BBVA in den vergangenen 12 bis 18 Monaten einen historischen Bewertungsabschlag von 5 bis 10 % gegenüber der Branche aufgeholt. Der UBS-Bewertung liegt eine Sum-of-the-Parts-Methode mit Eigenkapitalkosten von 13 % zugrunde. Bei den Ausschüttungen erwartet die UBS für 2025 bis 2028 eine durchschnittliche Payout-Quote von 73 %, gegenüber der Management-Zusage von 75 %.


