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UBS warnt: Private Credit Ausfallraten könnten auf 10% steigen

KI-getriebener Strukturwandel setzt Kreditnehmer unter Druck – Softwareunternehmen besonders gefährdet, warnt die UBS.

UBS warnt: Private Credit Ausfallraten könnten auf 10% steigen

Die Ausfallraten im Bereich Private Credit könnten in den kommenden Quartalen drastisch ansteigen. Laut einem aktuellen Bericht der UBS droht ein Anstieg von derzeit rund 4,4% auf bis zu 9% bis 10% – angetrieben vor allem durch den strukturellen Wandel, den künstliche Intelligenz (KI) in vielen Branchen auslöst. Besonders der Softwaresektor steht dabei im Fokus der Analysten.

Die Schweizer Großbank erwartet, dass KI-bezogene Entwicklungen allein ein zusätzliches Ausfallrisiko von 3% bis 4% verursachen könnten. Fortschritte im Bereich der KI verlangsamen demnach das Umsatzwachstum von Softwareunternehmen, schwächen deren Preismacht und setzen die Margen unter Druck. Hinzu könnten im nächsten Jahr vermehrt Vertragskündigungen kommen. Die UBS geht davon aus, dass sich dieser Druck gegen Ende 2026 und bis ins Jahr 2027 hinein weiter verstärken wird.

Deutliche Unterschiede zwischen den Kreditmärkten

Nicht alle Segmente des Kreditmarktes sind gleich stark betroffen. Die UBS prognostiziert für Private Credit bis Ende 2026 Ausfallraten von 9% bis 10% – ein deutlich höheres Niveau als bei anderen Kreditformen. Zum Vergleich: Bei Leveraged Loans erwartet die Bank lediglich Ausfallraten von 3,5% bis 4%, bei Hochzinsanleihen sogar nur 1,75% bis 2%.

Als historisches Vergleichsbeispiel zieht die UBS den Abschwung bei US-Schieferöl-Krediten in den Jahren 2014 bis 2016 heran. Damals griff der Stress in einem einzelnen Sektor schließlich auf die breiteren Kreditmärkte über. Die Bank warnt, dass technologiebezogene Leveraged Loans bereits erste Anzeichen einer Neubewertung zeigen und sich eine weitere Ausweitung der Kreditspreads auf andere Sektoren ausdehnen könnte.

Verflechtung zwischen privaten und öffentlichen Märkten

Ein zentrales Risiko liegt in der engen Verknüpfung zwischen privaten und öffentlichen Kreditmärkten. Laut UBS teilen sich beide Marktsegmente überschneidende Investorengruppen, gemeinsame Emittenten und ähnliche Finanzierungsstrukturen. Diese Verflechtung erhöht das Potenzial für sogenannte Spillover-Effekte – also das Übergreifen von Problemen aus dem Private-Credit-Bereich auf die breiteren Kapitalmärkte –, sollten sich die Ausfälle beschleunigen.

Besonders bemerkenswert ist dabei das Ausmaß der Verschuldung im gesamten Private-Credit-Ökosystem. Die UBS schätzt, dass der mit den Private-Credit- und Private-Equity-Märkten verbundene Leverage mittlerweile mindestens 1,5 Billionen US-Dollar beträgt. Dieser Leverage wird sowohl durch bankgestützte als auch durch bankunabhängige Finanzierungskanäle gestützt.

Kein systemisches Risiko im Basisszenario – aber Warnzeichen

Trotz der deutlichen Warnzeichen stuft die UBS Private Credit in ihrem Basisszenario derzeit nicht als systemisches Risiko ein. Dennoch betont die Bank, dass ein schwerer Abschwung infolge von Verlusten im Softwaresektor die Kreditbedingungen verschärfen und die breiteren Märkte für Unternehmensfinanzierung beeinträchtigen könnte.

Für Anleger bleibt die Botschaft der UBS dennoch klar: Die Kreditmärkte sind zwar aktuell noch in der Lage, den anhaltenden KI-Investitionsboom zu finanzieren. Steigende Ausfallraten könnten jedoch im Jahr 2027 zu einer spürbaren Belastung für die Finanzierungsbedingungen werden. Gerade für deutsche Privatanleger, die zunehmend in alternative Kreditprodukte investieren, sind diese Entwicklungen ein wichtiges Signal zur Risikoeinschätzung.

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