Ukraine sichert sich US-Flüssigerdgas über Polen
Energieimport verstärkt Versorgungssicherheit nach russischen Angriffen auf Gasinfrastruktur

Ukraine hat 100 Millionen Kubikmeter Flüssigerdgas aus den Vereinigten Staaten erworben. Die staatliche ukrainische Energiegesellschaft Naftogaz teilte am Dienstag mit, dass das Geschäft im Rahmen einer Vereinbarung mit dem polnischen Unternehmen Orlen zustande gekommen sei. Das Gas werde nach der Regasifizierung an der polnisch-ukrainischen Grenze angeliefert und solle im April eintreffen.
Ein ranghoher Vertreter des ukrainischen Energiesektors hatte bereits zuvor angedeutet, dass das Land in diesem Jahr größere Mengen US-amerikanischen Erdgases importieren könnte. Die Einfuhr erfolge über Terminals in Deutschland, Griechenland, Litauen und Polen. Die Vereinigten Staaten sind der weltweit größte Exporteur von Flüssigerdgas und haben seit Beginn des russischen Angriffskrieges eine bedeutende Rolle in der Energieversorgung Europas eingenommen. Nach der russischen Invasion im Jahr 2022 wurden große Teile der russischen Gaslieferungen nach Europa eingestellt.
Infolge massiver russischer Raketenangriffe auf die eigene Gasproduktion war die Ukraine zuletzt verstärkt auf Gasimporte angewiesen. Im Februar stiegen die Einfuhren fast um das Zehnfache an. Insbesondere Anlagen der staatlichen Naftogaz und des größten ukrainischen Privatunternehmens im Energiesektor, DTEK, seien durch Angriffe beschädigt worden. Die gezielten Attacken hätten die Produktionskapazitäten des Landes erheblich beeinträchtigt.
Mit den steigenden Temperaturen im März sei das Importvolumen wieder zurückgegangen. Dennoch betonte Naftogaz, dass eine stabile Gasversorgung höchste Priorität habe. Die Zusammenarbeit mit Orlen erweitere die Kapazitäten der Ukraine für LNG-Importe und stärke die Energiesicherheit. Roman Chumak, amtierender Vorstandsvorsitzender von Naftogaz, erklärte, dass eine Diversifizierung der Bezugsquellen entscheidend sei, um eine zuverlässige und erschwingliche Energieversorgung sicherzustellen. Dies sei insbesondere angesichts der anhaltenden russischen Angriffe von großer Bedeutung.
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Zur AktienanalyseDie aktuelle Lieferung ist die zweite im Rahmen eines Memorandums zwischen Naftogaz und Orlen. Bereits zuvor hatte die Ukraine eine Lieferung über dieselbe Menge an Flüssigerdgas erhalten.

