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Ukraine-Waffenruhe: Drei Tage Pause, Frieden noch in weiter Ferne

Trump verkündet dreitägige Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai – Ukrainer atmen auf, Moskau dämpft Erwartungen an schnellen Frieden.

Ukraine-Waffenruhe: Drei Tage Pause, Frieden noch in weiter Ferne

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag bekanntgegeben, dass Russland und die Ukraine einer dreitägigen Waffenruhe vom 9. bis zum 11. Mai zugestimmt haben. Gleichzeitig soll ein Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen stattfinden. Trump äußerte die Hoffnung auf eine „große Verlängerung" der Feuerpause.

In der ukrainischen Bevölkerung sorgt die Nachricht für spürbaren Erleichterung. „Einerseits ist das sehr gut, denn ehrlich gesagt sind die schlaflosen Nächte etwas ermüdend geworden", sagte Kateryna Kizev, eine 22-Jährige, die aus der Frontstadt Cherson geflohen ist und nun in Tscherkassy lebt. „Zumindest für ein paar Tage werden wir in Frieden und ohne die Angriffe schlafen können", so Kizev gegenüber Reuters auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz.

Die ukrainische Luftwaffe meldete am Morgen des 9. Mai lediglich vereinzelte Drohnensichtungen entlang der mehr als 1.000 Kilometer langen Frontlinie im Südosten des Landes. Landesweite Raketenalarme blieben über Nacht und bis in den Samstag hinein aus – ein ungewohntes Bild seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022.

Moskau: Frieden ist ein langer Weg

Während die Waffenruhe zunächst hält, dämpft der Kreml die Erwartungen an einen baldigen Friedensschluss. „Es ist verständlich, dass die amerikanische Seite in Eile ist", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dem staatlichen Fernsehen. „Aber die Frage einer ukrainischen Beilegung ist viel zu komplex, und das Erreichen eines Friedensabkommens ist ein sehr langer Weg mit komplexen Details."

Kreml-Berater Juri Uschakow betonte zudem, dass die Parade zum Tag des Sieges in Moskau friedlich verlaufen sei. „Es gab keine Angriffe auf den Roten Platz. Offensichtlich gab es von unserer Seite keinen massiven Vergeltungsschlag mit Raketen auf Kiew", sagte Uschakow vor Journalisten. Russland hatte zuvor gewarnt, ein ukrainischer Angriff auf die Parade hätte einen massiven russischen Schlag gegen Kiew ausgelöst.

Die Friedensgespräche stecken seit Monaten in einer Sackgasse. Der Kern des Konflikts: Die Ukraine lehnt russische Forderungen ab, Gebiete abzutreten, die sie seit Kriegsbeginn erfolgreich verteidigt hat. Seit der russischen Vollinvasion beschießt Moskau systematisch Kraftwerke und Infrastruktur in der gesamten Ukraine, während Kiew seinerseits russische Öl- und Gasanlagen attackiert.

Stimmen aus der Ukraine: „Es reicht"

Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Waffenruhe sei im Rahmen der US-Vermittlungsbemühungen vereinbart worden. Humanitäre Fragen blieben dabei eine zentrale Priorität für Kiew. Wann genau der vereinbarte Gefangenenaustausch stattfinden soll, war am Samstag noch unklar.

Aus der Millionenstadt Charkiw, die nahe der russischen Grenze liegt und besonders stark unter Beschuss steht, kommen eindringliche Worte. „Diese Waffenruhe – für einen Tag, zwei oder drei – das sind vorübergehende Maßnahmen. Wir brauchen Frieden. Es ist bereits das fünfte Jahr. Es reicht", sagte Oleksandr Boiko gegenüber Reuters. „Ich habe alles verloren. Wir brauchen Frieden."

Sein Mitbürger Ramas Tsytsyashvili äußerte die Hoffnung, dass die Waffenruhe den Weg für weitere Gespräche ebnen könnte. „Und vielleicht geschieht ein Wunder und diese vorübergehende Stille hält ein wenig an und setzt sich fort, und dann wird es Schritt für Schritt zu Verhandlungen kommen, und Angelegenheiten werden in Büros gelöst, nicht auf dem Schlachtfeld."

Russland und die Ukraine hatten zuvor jeweils separat einseitige Waffenruhen ausgerufen – und sich gegenseitig schnell beschuldigt, diese gebrochen zu haben. Die nun vereinbarte dreitägige Feuerpause sieht die Aussetzung aller „kinetischen Aktivitäten" vor. Ob sie tatsächlich zu einem dauerhaften Waffenstillstand führt, bleibt angesichts der verhärteten Fronten auf beiden Seiten offen.

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