Ultinon Motion Germany insolvent: First-Brands-Kollaps trifft Aachener LED-Werk
Nach der Milliardenpleite von First Brands folgt nun das Aachener Werk in die Insolvenz.

Das Aachener LED-Werk Ultinon Motion Germany hat Insolvenz angemeldet. Damit wird die deutsche Autozulieferindustrie erneut von den Nachwehen der First-Brands-Pleite erschüttert. Rund 500 Mitarbeiter bangen nun um ihre Arbeitsplätze, während der vorläufige Insolvenzverwalter Wolfgang Piroth von der Kanzlei Husemann die Geschäfte übernimmt.
Noch im Mai 2024 hatte die IG Metall Entwarnung gegeben, als der US-Konzern First Brands die Lumileds-Gruppe übernahm. Der LED-Spezialist, einst Teil des Philips-Konzerns, galt als führender Produzent von Fahrzeugscheinwerfern. Die Gewerkschaft sah keinen Grund zur Sorge und verwies auf andere erfolgreiche First-Brands-Übernahmen.
Die Realität holte das Werk schneller ein als erwartet. Der Geschäftsbetrieb wird zwar zunächst aufrechterhalten und die Mitarbeiter erhalten Insolvenzgeld. Doch die Zukunft hängt davon ab, ob sich ein Investor für den angeschlagenen LED-Hersteller findet.
Schuldenfinanzierte Einkaufstour endet im Desaster
Die Ultinon-Insolvenz ist nur ein weiteres Kapitel im dramatischen Niedergang des First-Brands-Imperiums. Gründer Patrick James hatte auf extremes Wachstum gesetzt und über 50 Produktionsstätten mit mehr als 25.000 Mitarbeitern weltweit zusammengekauft. Die aggressive, schuldenfinanzierte Expansionsstrategie endete im September 2025 mit einer Milliardenpleite in den USA.
Die Folgen waren verheerend: Mehrere Banken und Investmentfonds mussten Kreditausfälle einräumen. Besonders brisant: First Brands verklagt inzwischen den eigenen Gründer James. Dem Ex-CEO wird vorgeworfen, "Hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden Dollar" veruntreut zu haben. James bestreitet die Vorwürfe und verweist auf überhöhte Zinssätze der Kreditgeber.
Insolvenzwelle erfasst deutsche Standorte
Ultinon Motion Germany ist bereits das vierte deutsche First-Brands-Unternehmen, das in die Insolvenz schlittert. Den Auftakt machten im November die ehemaligen Bolta-Werke, nun Diepersdorf Plastic Manufacturing. Es folgten die CoFo-Gruppe mit Presswerken in Krefeld und Dietenheim sowie der Dichtungshersteller Meteor aus Bockenem.
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Zur AktienanalyseDie Insolvenzwelle zeigt die Risiken hochverschuldeter Übernahmestrategien in der Autozulieferindustrie. Für Anleger ist dies ein Warnsignal: Private-Equity-getriebene Konglomerate können selbst etablierte Unternehmen in den Abgrund reißen. Die deutsche Autozulieferbranche kämpft ohnehin mit der Transformation zur Elektromobilität und schwächelnden Absatzmärkten.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob für die betroffenen Standorte noch eine Zukunft besteht. Die Hoffnung ruht auf strategischen Investoren, die das Know-how der Unternehmen retten können.


