Unerwartet starker Rückgang der US-Rohölbestände
Ölpreise steigen durch knappe Vorräte und geopolitische Spannungen weltweit

Die Ölpreise verzeichneten am Freitag einen Anstieg von über einem Prozent und schlossen die Woche mit einem Zuwachs ab, unterstützt durch einen unerwartet starken Rückgang der US-Rohölbestände in der vergangenen Woche. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 91 Cent oder 1,2 % und lagen bei 74,17 US-Dollar pro Barrel. Die US-amerikanischen West Texas Intermediate (WTI) Futures erhöhten sich um 98 Cent oder 1,4 % auf 70,60 US-Dollar pro Barrel. Beide Referenzwerte erzielten im Wochenverlauf einen Gewinn von etwa 1,4 %.
Laut den Daten der US-Energieinformationsbehörde (EIA) fielen die Rohölvorräte in der Woche bis zum 20. Dezember um 4,2 Millionen Barrel, da Raffinerien ihre Aktivität erhöhten und die Kraftstoffnachfrage während der Feiertage anstieg. Analysten hatten zuvor mit einem Rückgang von lediglich 1,9 Millionen Barrel gerechnet, während die Schätzungen des American Petroleum Institute (API) zu Beginn der Woche einen Rückgang um 3,2 Millionen Barrel voraussagten.
Die Aussicht auf eine wirtschaftliche Erholung in China trug ebenfalls zur Marktstimmung bei. Die Weltbank hob ihre Wachstumsprognose für China für die Jahre 2024 und 2025 an. Zusätzlich planen die chinesischen Behörden die Ausgabe spezieller Staatsanleihen im Wert von 3 Billionen Yuan, um die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Dies stärkte die Hoffnung auf eine steigende Ölnachfrage aus dem weltweit größten Ölimportland.
Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine geraten erneut in den Fokus der Energiemärkte, nachdem diese aufgrund einer schwachen globalen Ölnachfrage in den Hintergrund getreten waren. NATO kündigte an, ihre Präsenz in der Ostsee zu verstärken, einen Tag nachdem Finnland ein russisches Ölschiff beschlagnahmt hatte, das möglicherweise für Störungen an Internet- und Stromleitungen verantwortlich war. Gleichzeitig stiegen die Großhandelspreise für Erdgas in den Niederlanden und Großbritannien, da ein neues Abkommen zum Transit von russischem Gas durch die Ukraine unwahrscheinlich erscheint.
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Zur AktienanalyseAuch im Nahen Osten flammen die Spannungen auf. Israel führte am Freitag einen Einsatz in einem Krankenhaus im Norden Gazas durch und griff am Donnerstag Ziele an, die mit der Huthi-Bewegung im Jemen in Verbindung stehen. Diese Entwicklungen dürften laut Analysten jedoch keine erheblichen Auswirkungen auf die Ölpreise im kommenden Jahr haben. Größere Risiken bestehen durch mögliche Verschärfungen der Sanktionen, insbesondere durch die kommende US-Regierung unter Donald Trump.


