UniCredit-Übernahme: Institutionelle Investoren haben Commerzbank-Aktien angedient
Entgegen früherer Aussagen haben institutionelle Anleger doch Commerzbank-Aktien an UniCredit angedient – insgesamt 12,51 Prozent.

Die Commerzbank hat eingeräumt, dass ein Teil ihrer institutionellen Anleger das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit angenommen hat. Das ist eine bemerkenswerte Kehrtwende: Noch am 10. Juni hatte das Frankfurter Geldhaus erklärt, keinen einzigen institutionellen Investor identifizieren zu können, der Aktien angedient habe. Nun bestätigt die Bank das Gegenteil.
Laut einer offiziellen Mitteilung der Commerzbank haben institutionelle Anleger 1,29 Prozent der Commerzbank-Aktien eingereicht. Hinzu kommen Anteile von Banken in Höhe von 11,17 Prozent sowie ein Anteil von Privatanlegern von 0,05 Prozent. In der Summe ergibt sich damit ein Gesamtvolumen von 12,51 Prozent der angedienten Commerzbank-Aktien.
Übereinstimmung mit UniCredits eigenen Angaben
Diese Zahl deckt sich mit den Angaben, die UniCredit bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht hatte – und zwar nach dem Ende der ursprünglichen Angebotsfrist. Die Übereinstimmung beider Seiten verleiht den Zahlen zusätzliche Glaubwürdigkeit und macht deutlich, dass das Übernahmeangebot der Mailänder Großbank zumindest bei einem Teil der Aktionäre auf Resonanz gestoßen ist.
Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp hatte noch Anfang des Monats öffentlich erklärt, dass institutionelle Anleger das Angebot ablehnen würden, da es einen Abschlag beinhalte. Diese Einschätzung hat sich nun als zumindest teilweise unzutreffend erwiesen. Dass nun doch institutionelle Investoren ihre Anteile angedient haben, dürfte die Verhandlungsposition der Commerzbank gegenüber UniCredit schwächen.
Hintergrund: UniCredits Vorstoß bei der Commerzbank
UniCredit versucht seit geraumer Zeit, die Commerzbank zu übernehmen – eines der größten deutschen Kreditinstitute. Das Übernahmevorhaben ist politisch und wirtschaftlich hoch umstritten. Die deutsche Bundesregierung, die noch einen bedeutenden Anteil an der Commerzbank hält, hat sich bislang skeptisch gegenüber einem Zusammenschluss gezeigt. Auch das Commerzbank-Management hatte sich wiederholt gegen das Angebot ausgesprochen und die Eigenständigkeit des Instituts betont.
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Zur AktienanalyseDie nun bekannt gewordenen Zahlen zeigen jedoch, dass ein nicht unerheblicher Teil der Aktionärsstruktur – insbesondere auf Seiten der Banken mit 11,17 Prozent – bereit war, die Anteile zu den angebotenen Konditionen abzugeben. Ob dies ausreicht, um UniCredits Übernahmeambitionen entscheidend voranzutreiben, bleibt abzuwarten.
Für deutsche Privatanleger, die Commerzbank-Aktien halten, ist die Entwicklung von besonderer Relevanz. Das Gesamtvolumen von 12,51 Prozent angedienter Aktien signalisiert, dass das Übernahmeszenario trotz des öffentlichen Widerstands des Managements weiterhin lebendig ist. Die kommenden Wochen dürften weitere Klarheit darüber bringen, wie UniCredit mit dem Ergebnis der Angebotsfrist umgeht und ob ein erneutes oder verbessertes Angebot folgt.


