United-CEO Kirby schließt weitere Airline-Fusionen in den USA aus
Nach dem Scheitern einer möglichen Fusion mit American Airlines sieht United-Chef Scott Kirby keine weiteren Konsolidierungschancen im US-Markt.

Scott Kirby, CEO von United Airlines, hat auf der IATA-Konferenz in Rio de Janeiro klargemacht: Weitere Fusionen unter US-Fluggesellschaften hält er für unwahrscheinlich. „Da ist nichts", sagte Kirby auf die Frage nach möglichen Zusammenschlüssen in der Branche. Damit beendet er öffentlich die Spekulationen rund um eine mögliche Konsolidierungswelle im amerikanischen Luftfahrtmarkt.
Hintergrund ist ein gescheiterter Fusionsversuch mit American Airlines. Wie CNBC zuvor berichtete, hatte Kirby Anfang des Jahres die Idee eines Zusammenschlusses mit seinem ehemaligen Arbeitgeber American Airlines erörtert und diese sogar gegenüber der Trump-Regierung ins Spiel gebracht. American Airlines lehnte die Idee jedoch ab. Kirby erklärte daraufhin, er habe sich erhofft, dass eine fusionierte Fluggesellschaft besser mit großen ausländischen Konkurrenten hätte mithalten können.
Hohe Hürden für Fusionen
Auf der Konferenz betonte Kirby, wie komplex ein solches Vorhaben wäre. „Eine Fusion erfordert die Unterstützung von allen", sagte er vor Journalisten. „Wir bräuchten die Gewerkschaften, wir bräuchten die Kunden, die Aktionäre, die Regulierungsbehörden und das Management-Team." Mit Blick auf American Airlines fügte er hinzu: „Das haben wir offensichtlich nicht, daher können wir es ohne sie nicht umsetzen." Analysten hatten zudem darauf hingewiesen, dass ein solcher Zusammenschluss vor erheblichen regulatorischen Hürden gestanden hätte.
Auch eine Übernahme von JetBlue Airways, dem neuen Partnerunternehmen von United, hat Kirby wiederholt ausgeschlossen. United Airlines gilt als zweitprofitabelste Fluggesellschaft der USA und ist besonders im lukrativen Transpazifik-Markt stark vertreten.
Delta setzt auf internationale Expansion statt Übernahmen
Ähnlich äußerte sich Peter Carter, Präsident von Delta Air Lines, am Rande der Konferenz gegenüber CNBC. Auch er sieht für Delta keine Fusionen oder Übernahmen in der Zukunft. Die langfristige Strategie der Fluggesellschaft basiere auf Partnerschaften und Joint Ventures – unter anderem in Südkorea, Mexiko und Europa.
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Zur AktienanalyseCarter begründete diesen Kurs mit der Marktsituation: Der US-Inlandsmarkt für Flugreisen sei bereits sehr gesättigt, weshalb die Zukunft im internationalen Reiseverkehr liege. Gleichzeitig kündigte er an, United Airlines im Transpazifik-Geschäft herausfordern zu wollen – einem Segment, in dem United derzeit besonders stark aufgestellt ist.
Die jüngsten Fusionen in der US-Luftfahrt zeigen, dass die Branche durchaus in Bewegung ist: In diesem Jahr schlossen sich Allegiant und Sun Country zusammen, 2024 fusionierten Alaska Airlines und Hawaiian Airlines. Dennoch scheinen die großen Netzwerkcarrier wie United und Delta vorerst auf organisches Wachstum und internationale Kooperationen zu setzen, statt auf weitere Megafusionen im Heimatmarkt.

