Unternehmen planen Ausweitung von Homeoffice
Viele sehen Vorteile für Zufriedenheit, doch Teamarbeit und Innovation gelten als Risiko

Fast jedes dritte Unternehmen in Deutschland plant, in den kommenden zwei Jahren die Möglichkeiten für Homeoffice auszuweiten oder einem größeren Teil der Belegschaft das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Zugleich wollen rund zehn Prozent der Unternehmen ihr Homeoffice-Angebot einschränken oder ganz abschaffen.
Aktuell bieten 80 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft ihren Mitarbeitern mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche an. Im Verarbeitenden Gewerbe sind es rund die Hälfte der Betriebe. Vor allem größere Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten setzen deutlich stärker auf flexible Arbeitsmodelle. Dort nutzen im Verarbeitenden Gewerbe 88 Prozent und in der Informationswirtschaft sogar fast 98 Prozent Homeoffice-Lösungen.
Die Befragung macht deutlich, dass viele Firmen Homeoffice als Vorteil für die Zufriedenheit ihrer Beschäftigten sehen. Rund zwei Drittel der Unternehmen berichten von positiven Auswirkungen hybrider Modelle, bei denen Präsenzzeiten im Büro mit Homeoffice-Tagen kombiniert werden. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt zudem an, dass solche Angebote die Gewinnung von Fachkräften erleichtern. Bei der Mitarbeiterbindung gehen die Einschätzungen jedoch auseinander. Etwa die Hälfte der Unternehmen beobachtet positive Effekte, während 31 Prozent das Gegenteil erwarten.
Deutlich kritischer werden die Folgen für Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb der Belegschaften bewertet. Zwei Drittel der Unternehmen sehen hier Nachteile durch die Arbeit von zu Hause. Auch die Innovationsfähigkeit wird von vielen Firmen infrage gestellt. 41 Prozent befürchten negative Auswirkungen, während weniger als zehn Prozent von positiven Effekten sprechen.
Unterschiedlich sind die Einschätzungen zur Produktivität. Rund ein Drittel der Befragten erwartet Einbußen durch hybride Arbeitsmodelle. Etwa 20 Prozent halten hingegen Produktivitätsgewinne für möglich. Knapp die Hälfte sieht keine wesentlichen Veränderungen.
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Zur AktienanalyseAn der Umfrage des ZEW beteiligten sich im Juni 2025 rund 1.200 Unternehmen aus der Informationswirtschaft und dem Verarbeitenden Gewerbe. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Homeoffice zwar in vielen Branchen etabliert hat, die Unternehmen aber noch immer abwägen, welche Chancen und Risiken mit der weiteren Ausweitung verbunden sind.


