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Unzer verzeichnet 400 Millionen Euro Verlust im Jahr 2022

Herausforderungen und Strategien des Zahlungsdienstleisters angesichts wachsender Konkurrenz und behördlicher Auflagen

Unzer verzeichnet 400 Millionen Euro Verlust im Jahr 2022

Der Berliner Zahlungsdienstleister Unzer hat das Jahr 2022 mit einem empfindlichen Verlust von fast 400 Millionen Euro abgeschlossen. Dieses Ergebnis kommt überraschend, insbesondere angesichts der Größe des Unternehmens, das fast 800 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz des Unternehmens lag bei knapp 200 Millionen Euro, was etwa 30 Prozent unter dem selbst gesteckten Zielwert liegt. Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht hervor, über den zuerst der Branchendienst "Finanz-Szene" berichtet hatte.

Der hohe Verlust von 381 Millionen Euro lässt sich größtenteils auf Abschreibungen auf den Firmenwert zurückführen. Unzer hatte in den vergangenen Jahren mehrere Unternehmen übernommen und verzeichnete insgesamt Abschreibungen in Höhe von 348 Millionen Euro. Zusätzlich hat sich Unzer von problematischen Onlinekunden getrennt, insbesondere aus dem Bereich "Digital Entertainment", zu dem in der Regel Porno- und Glücksspiel-Anbieter gehören. Das Unternehmen gibt an, solche Hochrisikokunden nicht mehr zu bedienen.

Unzer, das Zahlungen sowohl im E-Commerce als auch an der Ladenkasse abwickelt, hat zudem die Konkurrenz auf dem Markt zu spüren bekommen. Die niedrigen Margen und die nachlassende Dynamik im Onlinehandel im Vergleich zur Zeit der COVID-19-Pandemie haben den Druck auf das Unternehmen erhöht. Zu den Wettbewerbern gehören Unternehmen wie Concardis, Payone, Adyen und Stripe.

Im Sommer 2022 hatte die Finanzaufsicht Bafin erhebliche Mängel bei Unzer festgestellt und ein Neukundenverbot für die Tochtergesellschaft Unzer E-Com GmbH verhängt. Zudem wurde ein Sonderbeauftragter von der Behörde entsandt, um die Bemühungen von Unzer zur Mängelbeseitigung zu überwachen. Die Bafin hatte festgestellt, dass es gravierende Mängel in den Bereichen Unternehmenssteuerung, Kontrollmechanismen und Verfahren gab und auch schwerwiegende Schwächen in der Bekämpfung von Geldwäsche.

Für das schwache Umsatzergebnis von Unzer im Jahr 2022 war auch die Entgegenkommen des Unternehmens bei den Gebühren für Händler verantwortlich. Unzer verwies darauf, dass die Umsätze aufgrund von "neu verhandelten Preismargen" im E-Commerce gesunken seien.

Unzer hat bereits Schritte unternommen, um die Situation zu verbessern. Im Jahr 2023 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 210 Millionen Euro, was leicht über dem Niveau von 2022 liegt. Die Mehrheit des Unternehmens gehört nicht mehr dem Finanzinvestor KKR, sondern anderen Investoren, die im letzten Jahr finanzielle Mittel bereitgestellt haben. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Unzer zuversichtlich und sieht sich in einer verbesserten Position, um strategische Investitionen zu tätigen und das Wachstum voranzutreiben.

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