Uruguay reduziert Dollar-Schulden: Finanzminister setzt auf Peso-Anleihen
Lateinamerikanisches Land strebt 50 Prozent Lokalwährungsanteil an – Investoren schätzen Peso als Dollar-Alternative

Uruguay treibt die Umschichtung seiner Staatsverschuldung weg vom US-Dollar konsequent voran. Finanzminister Gabriel Oddone erklärte gegenüber Reuters, das Ziel sei es, künftig etwa die Hälfte der Staatsschulden in uruguayischen Pesos auszugeben. Investoren unterstützen diese Strategie, da sie die Landeswährung teilweise als stabiler als den Greenback betrachten.
Zu Beginn der 2000er Jahre waren noch rund 90 Prozent der uruguayischen Staatsschulden in US-Dollar denominiert. Im vergangenen Jahr erreichte der Peso-Anteil bei internationalen Anleihen bereits 40 Prozent – ein Rekordwert für das südamerikanische Land mit Investment-Grade-Rating. "Wir schreiten im Prozess der Entdollarisierung voran", betonte Oddone.
Schutz vor Währungsschwankungen
Die Umstellung auf Peso-Schulden ist Teil einer Risikodiversifizierung. Obwohl die Emission in Landeswährung teurer ist als Dollar-Anleihen, schützt sie die Regierung vor unkontrollierbaren Währungsschwankungen. "Es ist Teil der Strategie, auf Schocks aus dem Ausland vorbereitet zu sein", erklärte der Finanzminister. Die Rückzahlung in Pesos – der Währung, in der Uruguay Steuern einnimmt – sei deutlich berechenbarer.
Die Strategie findet bei internationalen Investoren Anklang, die nach lukrativen Anlagen in Lokalwährungen von Schwellenländern suchen. Uruguay plant für 2025 die Aufnahme von umgerechnet 6 Milliarden Dollar, vorwiegend durch Anleiheverkäufe. Für 2027 ist zudem eine weitere grüne Anleihe geplant, trotz des Rückzugs einiger Emittenten von ESG-Instrumenten.
Wirtschaftswachstum und Haushaltsdefizit
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Zur AktienanalyseDas uruguayische Wirtschaftswachstum hat sich auf 2,5 Prozent verlangsamt, während die Inflation zurückging. Das Defizit der Zentralregierung stieg bis Ende 2025 auf knapp über 4 Prozent. Oddone prognostiziert einen Rückgang unter 4 Prozent für 2026 und eine deutlichere Verbesserung 2027, unter anderem durch ein OECD-ausgerichtetes Steuerabkommen. JPMorgan erwartet allerdings ein Defizit von 4,6 Prozent für 2025.
Die Regierung setzt auf steuerliche Änderungen und Anreize, um das Wachstum zu fördern. Uruguay, stark abhängig von Agrarexporten wie Rindfleisch und Sojabohnen, will "Speerspitze" des Mercosur-Handelsblockes sein, strebt aber gleichzeitig eine OECD-Mitgliedschaft und breitere internationale Handelsbeziehungen an. "Wir müssen stärker mit der Weltwirtschaft verbunden sein", so Oddone.


