US-Abgeordneter fordert Airlines zur Ticketpreissenkung bei fallenden Kerosinkosten auf
Ein US-Kongressabgeordneter setzt die größten amerikanischen Fluggesellschaften unter Druck, sinkende Treibstoffkosten an Passagiere weiterzugeben.

Ein US-Abgeordneter hat die Vorstandsvorsitzenden der größten amerikanischen Fluggesellschaften in einem formellen Schreiben aufgefordert, die Ticketpreise zu senken, sobald die Kerosinkosten fallen. Hintergrund ist ein massiver Preisanstieg beim Flugzeugtreibstoff, der die Branche seit Wochen unter erheblichen Druck setzt und Fluggesellschaften zu einer Reihe von Preiserhöhungen veranlasst hat.
Laut Daten des Marktbeobachters Argus erreichte Kerosin am 2. April in den Metropolen New York, Houston, Chicago und Los Angeles einen Durchschnittspreis von 4,88 US-Dollar pro Gallone. Das entspricht einem Anstieg von rund 95 Prozent seit dem 28. Februar – dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran. In Regionen, die weniger Öl und Kerosin produzieren als die USA, fiel der Preisanstieg noch deutlicher aus.
Gebühren und Zuschläge auf breiter Front gestiegen
Als direkte Reaktion auf die explodierenden Treibstoffkosten haben mehrere große US-Carrier ihre Gebühren erhöht. Delta, United, Southwest, JetBlue, American Airlines und Alaska Airlines haben seit Beginn der Angriffe allesamt die Gepäckgebühren angehoben. Gleichzeitig verzeichneten Fluggesellschaften weltweit höhere Flugpreise und Treibstoffzuschläge. Treibstoff ist nach den Personalkosten der größte Ausgabenposten der Luftfahrtbranche – entsprechend stark schlagen Preisschwankungen auf die Bilanzen durch.
Delta meldete für das laufende Quartal einen Gegenwind durch Treibstoffkosten in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar. Der Konzern kündigte zudem an, seine Kapazitätspläne „deutlich" zurückzufahren. Dieses Thema dürfte auch andere Fluggesellschaften bei der Bekanntgabe ihrer Quartalsergebnisse in der kommenden Woche beschäftigen.
Kapazitätskürzungen könnten Preise weiter treiben
Die angekündigten Kapazitätsreduzierungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Ticketpreise: Weniger verfügbare Sitzplätze bei gleichbleibend robuster Nachfrage treiben die Preise in der Regel nach oben. Umgekehrt könnten sinkende Treibstoffpreise die Fluggesellschaften dazu ermutigen, ihre Kapazitäten wieder auszuweiten – was den gegenteiligen Effekt auf die Preisgestaltung hätte.
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Zur AktienanalyseDelta-CEO Ed Bastian äußerte sich vergangene Woche gegenüber Analysten zu den Perspektiven bei sinkenden Treibstoffpreisen. „Die Rückgewinnung der Treibstoffkosten wird wichtig sein", sagte Bastian. „Unabhängig von unseren Maßnahmen und dem Maße, in dem wir die Preisstärke aus der Branchenrationalisierung beibehalten können, wird uns dies sicherlich helfen, unsere Margen in diesem Jahr und eindeutig auch im nächsten Jahr zu steigern." Bastian betonte zudem, dass die Nachfrage trotz der Turbulenzen stabil geblieben sei.
United lehnte eine Stellungnahme zu den Forderungen des Abgeordneten ab. Die anderen angeschriebenen Fluggesellschaften reagierten zunächst nicht auf Anfragen für einen Kommentar. Für deutsche Reisende und Anleger, die in Airline-Aktien investiert sind, ist die Entwicklung der Kerosinpreise ein entscheidender Faktor – sowohl für die Reisekosten als auch für die Profitabilität der gesamten Branche.


