US-Aktienfonds: Rekordwoche dank Iran-Abkommen und Tech-Boom
Ein Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran beflügelt die Märkte – Technologiefonds verzeichnen historische Rekordzuflüsse von 21,46 Milliarden Dollar.

US-Aktienfonds haben in der Woche bis zum 17. Juni massive Kapitalzuflüsse von netto 38,37 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Das ist die stärkste Woche seit dem 13. November 2024. Ausschlaggebend war der Optimismus rund um ein Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran, das Inflationssorgen dämpfte und Investoren in Risikoassets trieb.
Besonders bemerkenswert: Technologiefonds verbuchten laut Daten von LSEG Lipper einen historischen Rekordzufluss von 21,46 Milliarden Dollar innerhalb einer einzigen Woche. Damit entfiel mehr als die Hälfte der gesamten Aktienfondszuflüsse allein auf den Tech-Sektor – ein deutliches Signal, wie stark das geopolitische Entspannungssignal die Risikobereitschaft der Anleger angeheizt hat.
Das Iran-Abkommen und seine Bedeutung für die Märkte
Die Vereinigten Staaten und der Iran unterzeichneten am Mittwoch ein Abkommen zur Verlängerung des im April angekündigten Waffenstillstands um weitere 60 Tage. Die Vereinbarung schafft die Grundlage für Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden. Besonders bedeutsam für die globalen Energiemärkte: Das Abkommen sieht die vollständige und „gebührenfreie" Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus vor.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Ölversorgungsrouten der Welt. Ihre Schließung während des Konflikts hatte die Rohölpreise drastisch in die Höhe getrieben und weltweit Inflationssorgen geschürt. Die Wiederöffnung dieser Schlüsselroute wirkte daher wie ein Befreiungsschlag für die Finanzmärkte und ließ Anleger wieder verstärkt in Aktien umschichten.
Breite Mittelzuflüsse – aber Large-Caps unter Druck
Neben dem Tech-Sektor profitierten auch andere Marktsegmente von der positiven Stimmung. US-Small-Cap-Fonds zogen wöchentliche Nettoinvestitionen von 6,52 Milliarden Dollar an, Multi-Cap-Fonds verbuchten 5,02 Milliarden Dollar und Mid-Cap-Fonds 1,42 Milliarden Dollar. Sektorfonds aus den Bereichen Industrie, Finanzen sowie Metalle und Bergbau verzeichneten Zuflüsse von 2,35 Milliarden, 639 Millionen beziehungsweise 586 Millionen Dollar.
Auffällig ist dabei die Schwäche bei Large-Cap-Fonds: Diese verzeichneten Nettoabflüsse von 6,55 Milliarden Dollar. Anleger scheinen in der aktuellen Erholungsphase gezielt auf kleinere und mittlere Unternehmen zu setzen, die stärker von einem verbesserten Konjunkturumfeld profitieren könnten.
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Zur AktienanalyseAnleihefonds und Geldmarkt ebenfalls gefragt
Auch US-Anleihefonds blieben gefragt: Ihnen flossen netto 9,85 Milliarden Dollar zu, womit die Nachfrage bereits die neunte Woche in Folge anhielt. Allgemeine inländische steuerpflichtige Rentenfonds führten die Zuflüsse mit 3,4 Milliarden Dollar an, gefolgt von Investment-Grade-Fonds mit kurzen bis mittleren Laufzeiten mit 3,09 Milliarden Dollar.
US-Geldmarktfonds verzeichneten Nettokäufe in Höhe von 53,25 Milliarden Dollar und kehrten damit den Trend der Vorwoche mit Nettoverkäufen von 16,6 Milliarden Dollar eindrucksvoll um. Die gleichzeitig starken Zuflüsse in Aktien-, Anleihe- und Geldmarktfonds deuten darauf hin, dass Anleger breit aufgestellt in die Märkte zurückkehren – getragen von der Hoffnung auf geopolitische Entspannung und sinkende Energiepreise.


