US-Aktienfonds verzeichnen zweite Woche in Folge Nettozuflüsse
Anleger investierten netto 7,05 Milliarden Dollar in US-Aktienfonds – trotz wachsender geopolitischer Spannungen rund um den Iran.

US-Aktienfonds haben in der Woche bis zum 1. April erneut Nettozuflüsse verzeichnet. Anleger kauften Fondsanteile im Nettowert von 7,05 Milliarden US-Dollar, wie Daten des Finanzdienstleisters LSEG Lipper zeigen. Damit setzt sich der positive Trend aus der Vorwoche fort, in der Nettokäufe in Höhe von rund 36,95 Milliarden Dollar getätigt worden waren.
Besonders gefragt waren Large-Cap-Aktienfonds, also Fonds, die in Aktien großer börsennotierter Unternehmen investieren. Sie verzeichneten Zuflüsse von 14,67 Milliarden Dollar – ebenfalls die zweite Woche in Folge mit positiven Nettokäufen. Damit zeigen institutionelle und private Anleger weiterhin Vertrauen in die großen US-Konzerne.
Risikoaversion bei kleineren Marktsegmenten
Nicht alle Fondskategorien profitierten von der positiven Stimmung. Anleger trennten sich von Small-Cap-Fonds im Nettowert von 1,34 Milliarden Dollar, von Mid-Cap-Fonds im Wert von 1,09 Milliarden Dollar sowie von Branchenfonds im Umfang von 3,82 Milliarden Dollar. Diese Abflüsse deuten darauf hin, dass Investoren zwar grundsätzlich in US-Aktien engagiert bleiben, dabei aber gezielt auf stabilere Großunternehmen setzen und kleinere, volatilere Segmente meiden.
Am Montag zeigte sich die Risikoaversion der Anleger besonders deutlich. Hintergrund waren verschärfte Drohungen von US-Präsident Trump am Wochenende: Er drohte damit, zivile Infrastruktur im Iran – darunter Kraftwerke und Brücken – zu zerstören, falls die strategisch wichtige Straße von Hormus nicht bis Dienstag wieder geöffnet werde. Die Meerenge von Hormus gilt als einer der bedeutendsten Energiekorridore der Welt und ist für den globalen Ölhandel von zentraler Bedeutung.
Rentenfonds mit ersten Nettoverkäufen seit Jahresbeginn
Deutlich negativer fiel die Bilanz bei Rentenfonds aus. Sie verzeichneten die ersten wöchentlichen Nettoverkäufe seit dem 31. Dezember 2025 – in Höhe von 10,17 Milliarden Dollar. Besonders betroffen waren Investment-Grade-Fonds mit kurzen bis mittleren Laufzeiten: Sie mussten ihre ersten wöchentlichen Nettoverkäufe seit 18 Wochen hinnehmen, mit einem Abfluss von 5,92 Milliarden Dollar. Auch allgemeine inländische steuerpflichtige Rentenfonds wurden im Nettowert von 1,25 Milliarden Dollar abgestoßen.
Investment-Grade-Anleihen gelten als vergleichsweise sichere Schuldtitel von Unternehmen oder Staaten mit guter Bonität. Die Abkehr von diesen Papieren signalisiert eine veränderte Risikoeinschätzung der Marktteilnehmer, möglicherweise auch im Hinblick auf Zinserwartungen und geopolitische Unsicherheiten.
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Zur AktienanalyseGeldmarktfonds bleiben gefragt
Einen Gegentrend bildeten Geldmarktfonds: Sie zogen 5,88 Milliarden Dollar an und verzeichneten damit den sechsten wöchentlichen Zufluss innerhalb von sieben Wochen. Geldmarktfonds investieren in kurzfristige, liquide Wertpapiere und gelten als besonders sicherer Parkplatz für Kapital in unsicheren Marktphasen. Die anhaltende Nachfrage nach diesen Instrumenten unterstreicht, dass ein Teil der Anleger trotz der Aktienkäufe weiterhin auf Sicherheit setzt und Liquidität bevorzugt.
Insgesamt zeichnet die Datenlage ein differenziertes Bild: Während das Vertrauen in große US-Unternehmen anhält, reagieren Anleger auf geopolitische Risiken mit selektivem Vorgehen – weg von kleineren Marktsegmenten und Anleihen, hin zu Blue Chips und sicheren Geldmarktinstrumenten.


