US-Aktienmärkte schließen starkes Quartal ab – Yen auf 40-Jahres-Tief
S&P 500 und Nasdaq legen zu, während der japanische Yen auf den schwächsten Stand seit 1986 fällt.

Die US-Aktienmärkte haben das zweite Quartal mit deutlichen Gewinnen abgeschlossen. Der S&P 500 stieg in der letzten Handelssitzung des Quartals um 0,8 Prozent, der technologielastige Nasdaq legte sogar um 1,5 Prozent zu. Damit krönte der S&P 500 sein bestes Quartal seit sechs Jahren: Im Dreimonatszeitraum kletterte der Index um beeindruckende 14,9 Prozent.
Gleichzeitig sorgte der japanische Yen für Schlagzeilen. Die Währung fiel auf ein 40-Jahres-Tief und erreichte damit den schwächsten Stand seit 1986. Ein US-Dollar kostete am Dienstag etwas mehr als 162 Yen. Im laufenden Jahr hat der Yen gegenüber dem US-Dollar rund 3,5 Prozent an Wert verloren.
Yen-Schwäche: Reiseparadies und Kostenfalle zugleich
Die anhaltende Schwäche des Yen hat zwei Seiten. Einerseits macht sie Japan für internationale Touristen deutlich erschwinglicher und attraktiver als Reiseziel. Andererseits erhöht sie die Lebenshaltungskosten für die japanische Bevölkerung erheblich, da Importe teurer werden.
Händler befinden sich erneut in höchster Alarmbereitschaft wegen einer möglichen Intervention der japanischen Behörden. Tokio hat in diesem Jahr bereits mehr als 70 Milliarden US-Dollar seiner Devisenreserven eingesetzt, um den Yen zu stützen – bislang jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.
Immobilienmarkt: Nominales Wachstum, realer Rückgang
Auch vom US-Immobilienmarkt kamen gemischte Signale. Der S&P Cotality Case-Shiller National Home Price Index verzeichnete in den zwölf Monaten bis April einen nominalen Anstieg von 0,8 Prozent, nach 0,7 Prozent im März. Real gesehen – also unter Berücksichtigung der Inflation – fielen die US-Immobilienwerte jedoch den elften Monat in Folge. Die Inflation übertraf damit erneut das Preiswachstum bei Immobilien.
In einer weiteren bedeutenden Entscheidung hob der Oberste Gerichtshof der USA bundesweit geltende Obergrenzen für koordinierte Wahlkampfausgaben politischer Parteien auf. In einem 6-zu-3-Urteil schloss sich das Gericht der Argumentation an, dass die bisherigen Ausgabengrenzen die Redefreiheit verletzten.
Neuer Fed-Chef Warsh setzt härtere Linie bei Inflation
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Zur AktienanalyseBesondere Aufmerksamkeit gilt derzeit dem neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, Kevin Warsh. Bei seiner ersten Fed-Sitzung als Vorsitzender kürzte Warsh die geldpolitische Erklärung der Notenbank, verzichtete auf eine Zinsprognose und delegierte einige wirtschaftspolitische Fragen an neu eingerichtete Arbeitsgruppen.
Dennoch sendete er klare Signale: Warsh kommunizierte eine härtere Linie in Bezug auf die Inflation als zuvor von den Märkten erwartet. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten – Anleiherenditen stiegen, Aktienkurse gaben nach.
Alex Obaza, Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere bei T. Rowe Price, brachte es auf den Punkt: Selbst wenn Warsh weniger spreche als einige seiner Vorgänger, könnten seine Worte dennoch die gleiche Wirkung auf die Märkte haben. Für deutsche Anleger, die in US-Aktien oder Anleihen investiert sind, bleibt die Kommunikation der Fed damit ein zentraler Faktor für die weitere Marktentwicklung.


