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US-Anleiherenditen auf Zweimonatshoch: Iran-Konflikt treibt Ölpreise

Eskalation im Nahen Osten lässt Ölpreise steigen und befeuert Zinserhöhungserwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve.

US-Anleiherenditen auf Zweimonatshoch: Iran-Konflikt treibt Ölpreise

Die Renditen von US-Staatsanleihen haben am Dienstag den höchsten Stand seit zwei Monaten erreicht. Ausschlaggebend war der erneut aufgeflammte Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der die Ölpreise nach oben trieb und die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) neu entfachte. Für Anleger weltweit – und insbesondere für deutsche Investoren mit US-Exposure – sind diese Entwicklungen von erheblicher Bedeutung.

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg um 3,41 Basispunkte auf 4,632 Prozent. In der Spitze erreichte sie 4,640 Prozent – den höchsten Wert seit dem 20. Mai. Auch die 2-jährige US-Anleihe, die traditionell als Barometer für die kurzfristigen Zinserwartungen der Fed gilt, legte deutlich zu: Sie stieg um 4,65 Basispunkte auf 4,262 Prozent.

Ölpreise klettern auf Fünfwochenhoch

Der Auslöser für die Bewegung an den Anleihemärkten liegt im Nahen Osten. Die Ölpreise stiegen am Dienstag um rund 2 Prozent auf ein Fünfwochenhoch. Hintergrund sind Sorgen über mögliche Störungen der Energieversorgung in der Region. Konkret befeuerten verstärkte Angriffe zwischen den USA und dem Iran sowie Drohungen der jemenitischen Huthi-Rebellen, eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien zu verhängen, die Unsicherheit an den Märkten.

Steigende Ölpreise gelten als klassischer Inflationstreiber, da sie die Produktions- und Transportkosten erhöhen und sich so auf die Verbraucherpreise auswirken. Händler prüfen nun intensiv, ob der jüngste Preisanstieg beim Rohöl die Inflation wieder anheizen und damit die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr erhöhen könnte.

Waffenstillstand und Inflationsdaten hatten Erwartungen gedämpft

Noch bis vor Kurzem hatten sich die Inflationserwartungen deutlich entspannt. Mitte Juni hatten sich die USA und der Iran auf einen Waffenstillstand geeinigt, was die Märkte beruhigte. Zusätzlich zeigten Daten aus der vergangenen Woche, dass sich die Inflation der US-Verbraucherpreise im Juni stärker als erwartet verlangsamt hatte – ein Signal, das Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus der Fed genährt hatte.

Der erneute Ausbruch des Konflikts hat diese Erwartungen nun wieder von ihren jüngsten Tiefstständen nach oben getrieben. Die Märkte reagieren damit auf das klassische Zusammenspiel von geopolitischer Unsicherheit, Energiepreisen und Geldpolitik – ein Mechanismus, der Anleiheinvestoren weltweit beschäftigt.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung der US-Anleiherenditen aus mehreren Gründen relevant: Steigende US-Renditen erhöhen den Druck auf europäische Anleihemärkte, beeinflussen den Euro-Dollar-Wechselkurs und können die Bewertungen von Aktien – insbesondere wachstumsstarker Technologietitel – belasten. Die Lage im Nahen Osten bleibt damit ein zentraler Risikofaktor für die globalen Kapitalmärkte.

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