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US-Anleiherenditen fallen nach unerwartetem Stellenabbau im Juli

Schwache US-Jobdaten schüren Sorgen um den Arbeitsmarkt und dämpfen die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Fed.

US-Anleiherenditen fallen nach unerwartetem Stellenabbau im Juli

Die Renditen für US-Staatsanleihen sind am Freitag deutlich gefallen, nachdem überraschend schwache Arbeitsmarktdaten die Märkte erschütterten. Die US-Wirtschaft baute im Juli netto 23.000 Stellen ab – Ökonomen hatten laut Dow-Jones-Konsens hingegen mit einem Zuwachs von 83.000 Stellen gerechnet. Die Abweichung vom Erwartungswert ist damit erheblich und hat unmittelbare Auswirkungen auf die Zinserwartungen der Märkte.

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe sank um 4 Basispunkte auf 4,621 Prozent. Dieses Papier gilt als wichtigste Benchmark für Hypotheken, Autokredite und Kreditkartenschulden – sowohl in den USA als auch weltweit. Die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihe, die die kurzfristigen Zinserwartungen der Federal Reserve enger widerspiegelt, fiel sogar um mehr als 6 Basispunkte auf 4,176 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 17. Juli. Die 30-jährige Anleihe gab um 2 Basispunkte auf 5,189 Prozent nach. Zur Erinnerung: Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten; Renditen und Anleihekurse entwickeln sich stets gegenläufig.

Fed vor schwierigem Dilemma

Trotz des Stellenabbaus sank die Arbeitslosenquote überraschend auf 4,1 Prozent – die Wall Street hatte einen unveränderten Wert von 4,2 Prozent erwartet. Gleichzeitig fiel die Erwerbsquote auf 61,4 Prozent, den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren, nach 61,5 Prozent im Juni. Dieser Rückgang deutet darauf hin, dass sich weniger Menschen aktiv um Arbeit bemühen, was die sinkende Arbeitslosenquote zumindest teilweise erklärt.

„Der Arbeitsmarktbericht vom Freitag war nicht nur deutlich schwächer als erwartet; er zeigte, dass die Wirtschaft im Juli Stellen abgebaut hat. Dies bringt die Federal Reserve in ein Dilemma, da die Inflation weiterhin erhöht und hartnäckig ist", kommentierte Brent Wilsey, Chief Investment Officer bei Wilsey Asset Management. Die Aussage trifft den Kern des Problems: Die Fed steht zwischen zwei widerstreitenden Zielen – Inflationsbekämpfung einerseits und Stützung des Arbeitsmarkts andererseits.

Der Bericht verkompliziert den geldpolitischen Ausblick erheblich. Die Entscheidungsträger der Federal Reserve sind ohnehin über den künftigen Zinskurs gespalten. Der Arbeitsmarkt hatte im Frühjahr nach einem schleppenden Jahr 2025 zwar Anzeichen einer Erholung gezeigt, doch die Inflation liegt weiterhin deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Notenbank.

Markterwartungen für September-Sitzung sinken

Nach Veröffentlichung der Daten schraubten Händler ihre Erwartungen für eine Zinserhöhung auf der nächsten Fed-Sitzung im September spürbar zurück. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf 44 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung bis Oktober liegt noch bei 58,3 Prozent.

Für deutsche Anleger und Investoren sind diese Entwicklungen von besonderer Bedeutung: US-Anleiherenditen beeinflussen maßgeblich die globalen Kapitalflüsse und damit auch die Bewertungen an europäischen Aktienmärkten. Ein schwächerer Zinserhöhungspfad der Fed kann den US-Dollar unter Druck setzen und den Euro stärken – mit entsprechenden Folgen für exportorientierte DAX-Unternehmen. Die Märkte werden die kommenden Wirtschaftsdaten aus den USA daher mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen.

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