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US-Anleiherenditen steigen: 30-Jährige auf höchstem Stand seit 2007

Inflationssorgen und steigende Ölpreise treiben US-Staatsanleiherenditen auf Mehrjahreshochs – Aktienmärkte geraten unter Druck.

US-Anleiherenditen steigen: 30-Jährige auf höchstem Stand seit 2007

Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen sind am Dienstag weiter gestiegen. Anleger trennten sich angesichts wachsender Inflationssorgen von Anleihen, was die Kurse drückte und die Renditen in die Höhe trieb. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe kletterte um 3,5 Basispunkte auf 5,181% – den höchsten Stand seit Juli 2007, also seit fast 19 Jahren.

Auch die 10-jährige US-Staatsanleihe, die als wichtigste Benchmark für Hypotheken-, Autokredite und Kreditkartenschulden gilt, legte deutlich zu. Ihre Rendite stieg um knapp 3,6 Basispunkte auf 4,659% – den höchsten Wert seit Januar 2025. Die kurzlaufende 2-jährige Staatsanleihe, die besonders sensibel auf Erwartungen bezüglich der US-Notenbankpolitik reagiert, stieg um 1 Basispunkt auf 4,10%. Zur Erinnerung: Ein Basispunkt entspricht 0,01%, und Renditen sowie Anleihekurse bewegen sich stets in entgegengesetzte Richtungen.

Ölpreise und Inflation als Haupttreiber

Als wesentlicher Auslöser für den Renditeanstieg gelten die sprunghaft gestiegenen Ölpreise infolge des US-Konflikts mit dem Iran. Diese hatten sich zuletzt in einer Reihe von Inflationsberichten niedergeschlagen und die Stimmung an den Rentenmärkten erheblich eingetrübt. Händler wetten inzwischen darauf, dass der nächste Schritt der US-Notenbank Federal Reserve eher eine Zinserhöhung als eine Zinssenkung sein könnte – eine deutliche Verschiebung der Markterwartungen.

Mohit Kumar, Chefökonom und Stratege bei Jefferies, erklärte, die vorherrschende Stimmung an den globalen Rentenmärkten werde durch höhere Inflation – primär verursacht durch steigende Energiekosten –, durch Defizitsorgen sowie im Falle Großbritanniens durch länderspezifische politische Turbulenzen getrieben. Kumar äußerte sich gegenüber CNBC's „Europe Early Edition" auch zum Ölpreis: „Selbst wenn wir eine Einigung [im Nahen Osten] erzielen … wird der Ölpreis nicht auf das Vorkriegsniveau zurückkehren. Wir gehen davon aus, dass er in sechs Monaten um 25–30% höher liegen wird."

Die internationale Ölsorte Brent wurde zuletzt rund 1,5% niedriger bei 110,38 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte kaum verändert bei 108,67 US-Dollar.

Staatsdefizite verstärken den Druck auf lange Laufzeiten

Kumar verwies zudem auf die Auswirkungen ausufernder Staatsdefizite. „Jede Regierung wird den Haushalten Subventionen für Kraftstoffe gewähren – was bedeutet, dass wir eine höhere Kreditaufnahme haben, und das übt Druck auf das lange Ende der Kurve aus", so der Ökonom. Gleichzeitig warnte er davor, die aktuellen Markterwartungen für Zinserhöhungen überzubewerten: Dies sei „nicht gerechtfertigt", da die Inflation wahrscheinlich ebenso stark steigen werde, wie das Wachstum voraussichtlich sinken werde.

Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Bank of America untermauert die pessimistische Stimmung unter institutionellen Investoren. Demnach erwarten 62% der befragten globalen Fondsmanager, dass die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen die Marke von 6% erreichen wird. Das würde dem höchsten Stand seit Ende 1999 entsprechen und einem Anstieg von rund 85 Basispunkten gegenüber dem aktuellen Niveau. Lediglich 20% der Befragten rechnen mit einem Rückgang der 30-jährigen Rendite auf 4%.

Globaler Trend: Auch Europa und Japan betroffen

Der Renditeanstieg ist kein rein amerikanisches Phänomen. Auch die Renditen längerfristiger Staatsanleihen in Europa sind erhöht. Die Rendite 30-jähriger deutscher Bundesanleihen lag am Dienstag bei 3,684%. Die Rendite 30-jähriger britischer Gilts stieg um weniger als 1 Basispunkt auf 5,773%. In Japan erreichte die 30-jährige Rendite in dieser Woche sogar einen Rekordwert.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung an den US-Rentenmärkten von besonderer Bedeutung: Steigende Anleiherenditen erhöhen die Attraktivität festverzinslicher Anlagen gegenüber Aktien und können die Finanzierungskosten für Unternehmen und Verbraucher weltweit in die Höhe treiben. US-Aktien standen zuletzt bereits unter Druck, da die Renditen sprunghaft angestiegen sind – ein Signal, das auch europäische Börsen nicht unberührt lässt.

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