US-Arbeitslosenquote bleibt laut Schätzung stabil
Shutdown verzögert offiziellen Bericht, Fed stützt sich auf alternative Datenquellen

Die Arbeitslosenquote in den USA dürfte im September weitgehend unverändert geblieben sein. Nach einer aktuellen Schätzung der regionalen Notenbank im Raum Chicago liegt sie voraussichtlich weiterhin bei 4,3 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats. Die am Donnerstag veröffentlichte Berechnung basiert auf einer Kombination staatlicher Umfragedaten und privater Quellen wie dem Jobportal Indeed sowie Suchanfragen bei Google. Es handelt sich erst um die zweite Veröffentlichung dieser neuen Echtzeitschätzung, die künftig häufiger Orientierung geben soll, wenn offizielle Statistiken nicht vorliegen.
Hintergrund der Schätzung ist der derzeitige Stillstand der US-Regierung, der dazu führt, dass der für Freitag erwartete Arbeitsmarktbericht auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Der sogenannte Shutdown verhindert die reguläre Veröffentlichung zentraler Konjunkturdaten. Die Schätzung der Chicagoer Fed könnte daher eine wichtige Rolle spielen, um die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts besser einschätzen zu können.
Der Präsident der Chicagoer Notenbank, Austan Goolsbee, hatte bereits angedeutet, dass die US-Notenbank im Falle eines längeren Regierungsstillstands verstärkt auf alternative Datenquellen zurückgreifen müsse. Dazu gehören neben Umfragen und privatwirtschaftlichen Erhebungen auch digitale Datenströme, die Hinweise auf Beschäftigungstrends geben können. Goolsbee betonte allerdings, dass der offizielle Arbeitsmarktbericht nach wie vor die umfassendste Grundlage für geldpolitische Entscheidungen bleibe.
Für die US-Notenbank hat die Einschätzung des Arbeitsmarkts besondere Bedeutung, da sie ihre Zinspolitik sowohl an der Preisstabilität als auch an der Beschäftigungslage ausrichtet. An den Finanzmärkten gilt eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte bei der nächsten Sitzung am 29. Oktober als weitgehend eingepreist. Die Fed hatte zuletzt bereits auf die Anzeichen einer nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik reagiert und die Zinsen erstmals in diesem Jahr gesenkt.
Der Arbeitsmarkt zeigte in den vergangenen Monaten Anzeichen einer Abkühlung. Die Zahl neu geschaffener Stellen war rückläufig, gleichzeitig erhöhte sich die Zahl offener Stellen nicht mehr in dem Tempo wie zuvor. Diese Entwicklung beeinflusst auch die Erwartungen der Märkte hinsichtlich der künftigen Geldpolitik. Sollte die Stabilisierung der Arbeitslosenquote bestätigt werden, könnte dies die Einschätzung der Fed stützen, dass eine moderate Zinssenkung ausreicht, um die Konjunktur zu stützen, ohne neue Inflationsrisiken zu erzeugen.
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Zur AktienanalyseMit dem Ausbleiben der offiziellen Daten wächst die Bedeutung regionaler und alternativer Indikatoren. Die Chicagoer Schätzung liefert in dieser Situation einen wichtigen Anhaltspunkt für die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, auch wenn sie den vollständigen Regierungsbericht nicht ersetzen kann.


