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US-Arbeitsmarkt, Hormus-Konflikt und Gebrauchtwagenpreise im Fokus

Konsumsorgen belasten Wall Street, während Cloudflare Stellenabbau ankündigt und Gebrauchtwagenpreise erstmals 2026 sinken.

US-Arbeitsmarkt, Hormus-Konflikt und Gebrauchtwagenpreise im Fokus

Die Wall Street startet mit gemischten Signalen ins Wochenende: Nachdem alle drei großen US-Indizes am Donnerstag Verluste verzeichneten, tendieren die Aktien-Futures am Freitagmorgen fester. Im Mittelpunkt stehen der US-Arbeitsmarktbericht für April, neue geopolitische Spannungen in der Straße von Hormus sowie ein massiver Stellenabbau beim Cloud-Unternehmen Cloudflare.

Der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht für April wird um 14:30 Uhr MEZ veröffentlicht. Von Dow Jones befragte Ökonomen prognostizieren einen Zuwachs von lediglich 55.000 Arbeitsplätzen – eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem Vormonat März. Die Arbeitslosenquote soll stabil bei 4,3% bleiben. Der Handelstisch von JPMorgan warnt vor erheblichen Marktschwankungen, je nachdem, was der Bericht zeigt. Die ADP-Daten zu den privaten Lohn- und Gehaltsabrechnungen für März hatten Anfang der Woche noch positiv überrascht.

Konsumsorgen erschüttern mehrere Aktien

Der gestrige Handelstag stand im Zeichen enttäuschender Unternehmensergebnisse aus dem Konsumsektor. Planet Fitness erlebte mit einem Kurssturz von mehr als 30% den größten Tagesverlust in der Unternehmensgeschichte – ausgelöst durch eine gesenkte Prognose und schwächeres Mitgliederwachstum als erwartet. Auch Shake Shack verzeichnete mit einem Minus von mehr als 28% den schlechtesten Tag seiner Börsengeschichte, nachdem das Unternehmen einen operativen Verlust und verfehlte Gewinnziele für das erste Quartal meldete.

Whirlpool-Aktien brachen um fast 12% ein, nachdem der Haushaltsgerätehersteller einen „Rückgang der Branche auf Rezessionsniveau" diagnostizierte und den Iran-Krieg als Belastung für das Verbrauchervertrauen nannte. Selbst McDonald's, das besser als erwartete Ergebnisse vorlegte, schloss leicht im Minus. CEO Chris Kempczinski warnte, dass sich die Konsumausgaben „möglicherweise noch etwas verschlechtern könnten". Trotz des Rückschlags steuern die drei großen US-Indizes auf Wochengewinne zu.

Feuergefecht in der Straße von Hormus

Geopolitische Spannungen flammten erneut auf: Die USA und der Iran lieferten sich in der strategisch wichtigen Schifffahrtsroute Straße von Hormus ein Feuergefecht. Beide Seiten behaupteten, die jeweils andere habe den Angriff begonnen – zu einem Zeitpunkt, als der Iran Berichten zufolge einen US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges prüfte. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Angriffe gegenüber ABC News als „nur einen kleinen Klaps" und betonte, der Waffenstillstand sei weiterhin in Kraft.

Die Ölpreise reagierten auf die Feindseligkeiten bislang stabil. Shell-CEO Wael Sawan erklärte gegenüber Investoren, dass dem Ölmarkt fast eine Billion Barrel fehlen – und die Lage könnte sich bei andauerndem Krieg weiter verschlechtern.

Cloudflare entlässt mehr als ein Fünftel der Belegschaft

Cloudflare-Aktien notieren vorbörslich rund 15% im Minus. Das Cloud-Unternehmen gab bekannt, mehr als 20% seiner Belegschaft zu entlassen. Die Ankündigung folgte auf einen Quartalsbericht, der die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertraf. Als Begründung nannte das Unternehmen den massiven Einsatz von agentischer Künstlicher Intelligenz: Die interne KI-Nutzung sei in den vergangenen drei Monaten um über 600% gestiegen. CEO Matthew Prince erklärte, einige Rollen seien „einfach nicht die Rollen, die wir für die Zukunft benötigen".

Gebrauchtwagenpreise erstmals 2026 gesunken

Für Gebrauchtwagenkäufer gibt es eine positive Nachricht: Der Manheim Used Vehicle Value Index von Cox Automotive sank im April im Monatsvergleich um 1,6% – der erste Rückgang in diesem Jahr. Im Jahresvergleich liegen die Preise jedoch noch immer 1,8% höher. Das Interesse an gebrauchten Elektrofahrzeugen wächst laut Cox angesichts gestiegener Benzinpreise. Allerdings liegt das durchschnittliche Angebot für ein gebrauchtes Elektroauto noch immer mehr als 9.000 US-Dollar über dem Gesamtmarktdurchschnitt.

Cox-Chefökonom Jeremy Robb warnte, dass die höheren Energiepreise „viel von dem zusätzlichen Geld in den Taschen der Verbraucher aufzehren, und derzeit ist kein Ende in Sicht". Für deutsche Anleger, die US-Konsumwerte im Depot halten, bleibt die Entwicklung der amerikanischen Verbraucherstimmung ein entscheidender Faktor für die weitere Marktentwicklung.

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