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US-Arbeitsmarkt schafft 115.000 Stellen und übertrifft Erwartungen erneut

Trotz globalem Energieschock durch die Schließung der Straße von Hormus zeigt sich der US-Arbeitsmarkt im April überraschend robust.

US-Arbeitsmarkt schafft 115.000 Stellen und übertrifft Erwartungen erneut

Die US-Wirtschaft hat im April 115.000 neue Stellen geschaffen und damit die Erwartungen der Ökonomen zum zweiten Mal in Folge deutlich übertroffen. Die Gesamtzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze lag fast doppelt so hoch wie von Analysten prognostiziert. Die Daten des US Bureau of Labor Statistics (BLS) zeigten zudem, dass die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,3 Prozent verharrte.

Der starke Stellenaufbau erfolgt trotz erheblicher wirtschaftlicher Belastungen: Die Schließung der Straße von Hormus als Reaktion auf US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran hat einen globalen Energieschock ausgelöst und die Benzinpreise für amerikanische Verbraucher deutlich in die Höhe getrieben. Dass Unternehmen unter diesen Bedingungen weiterhin Personal einstellten, werteten Beobachter als positives Signal.

Starke Schwankungen in den Vormonaten

Die aktuellen Zahlen folgen auf eine turbulente Phase am US-Arbeitsmarkt. Im Februar war die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft noch um 156.000 Stellen gesunken, bevor sie im März wieder um 185.000 zulegte. Nach Revisionen der Daten für Februar und März ergibt sich über die letzten drei Monate hinweg ein durchschnittlicher Stellenzuwachs von 48.000 – ein Wert, der laut Ökonomen der sogenannten Breakeven-Rate entspricht. Dieser Begriff bezeichnet das Niveau der Stellenschaffung, bei dem neue Arbeitsmarkteinsteiger gerade noch aufgenommen werden können.

Besonders positiv entwickelten sich laut Ökonomen der Einzelhandel sowie das Transport- und Lagerwesen. Thomas Ryan, Nordamerika-Ökonom bei Capital Economics, kommentierte: „Beide Sektoren senden relativ positive Signale bezüglich der Verfassung der diskretionären Ausgaben aus, trotz der Einbußen bei der Kaufkraft der Verbraucher durch die höheren Benzinpreise." Ryan verwies jedoch auch auf „gemischte Signale" im Bericht, darunter ein langsames Lohnwachstum und eine allgemeine Schrumpfung des Arbeitsmarktes, da weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter nach Beschäftigung suchen.

Folgen für die US-Geldpolitik

„Alles in allem war dies letztlich ein positiver Arbeitsmarktbericht, der die Ansicht bestärkt, dass der Arbeitsmarkt stabil ist und sich potenziell sogar beschleunigt", fasste Ryan zusammen. Die soliden April-Zahlen verstärken die Markterwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinssätze vorerst unverändert lassen wird, während sie die Inflation weiterhin im Blick behält.

Skeptischer zeigt sich Samuel Tombs, Chefökonom für die USA bei Pantheon Macroeconomics. Er erwartet, dass sich das Beschäftigungswachstum in den kommenden Monaten verlangsamen wird. Jüngste Umfragedaten deuteten auf eine Verlangsamung der Neueinstellungen hin. Tombs geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis zum Jahresende von derzeit 4,3 Prozent auf 4,7 Prozent steigen könnte – ein Anstieg, der die Federal Reserve dazu veranlassen würde, ab Dezember mit Zinssenkungen zu beginnen.

Für deutsche Anleger und Investoren sind die US-Arbeitsmarktdaten von besonderer Bedeutung, da sie als wichtiger Indikator für die Richtung der US-Geldpolitik gelten. Zinsentscheidungen der Federal Reserve wirken sich regelmäßig auf globale Kapitalmärkte, Wechselkurse und damit auch auf europäische Aktien und Anleihen aus.

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