US-Arbeitsmarkt überrascht: 130.000 neue Jobs im Januar
Arbeitslosenquote sinkt auf 4,3 Prozent – Fed erhält Spielraum für Zinspolitik

Der US-Arbeitsmarkt hat im Januar deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft entstanden 130.000 neue Jobs, wie das Bureau of Labor Statistics mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit 70.000 neuen Stellen gerechnet. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote von 4,4 auf 4,3 Prozent.
Die überraschend starken Zahlen geben der Federal Reserve Spielraum, die Zinssätze vorerst unverändert zu lassen. Die Notenbank hatte im vergangenen Monat ihren Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Entscheidungsträger können nun die weitere Inflationsentwicklung abwarten, bevor sie über Zinsschritte entscheiden.
Der Beschäftigungsaufbau fiel auch deshalb höher aus, weil saisonabhängige Branchen wie Einzelhandel und Lieferdienste im Vorjahr weniger Aushilfen für das Weihnachtsgeschäft eingestellt hatten als üblich. Im Januar werden normalerweise die meisten feiertagsbedingten Entlassungen vorgenommen. Da es weniger saisonale Neueinstellungen gab, fielen auch die Entlassungen geringer aus.
Revision der Dezember-Zahlen
Die Beschäftigtenzahlen für Dezember wurden deutlich nach unten korrigiert – von ursprünglich gemeldeten Werten auf nur noch 48.000 neue Stellen. Diese Revision unterstreicht die Volatilität der monatlichen Arbeitsmarktdaten und die Notwendigkeit, längerfristige Trends zu betrachten.
Das Bureau of Labor Statistics hat zudem sein "Birth-and-Death-Modell" aktualisiert, das die durch Unternehmensgründungen und -schließungen gewonnenen oder verlorenen Arbeitsplätze schätzt. Ökonomen erwarten, dass diese methodische Anpassung die Beschäftigtenzahlen künftig um bis zu 50.000 Stellen niedriger ausfallen lassen könnte.
Handelspolitik belastet Stimmung
Trotz der positiven Januarzahlen bleibt der US-Arbeitsmarkt insgesamt verhalten. Die Handelspolitik von Präsident Donald Trump, insbesondere Zolldrohungen gegen europäische Verbündete, überschattet die Entwicklung. Auch das harte Vorgehen gegen Einwanderung könnte sich dämpfend auswirken.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseKevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, warnte bereits vor geringeren Beschäftigungszuwächsen in den kommenden Monaten. Das Census Bureau meldete, dass die US-Bevölkerung im vergangenen Jahr nur um 0,5 Prozent auf 341,8 Millionen gewachsen ist – der schwächste Anstieg seit Jahrzehnten.
Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaft aufgrund des langsameren Bevölkerungswachstums künftig monatlich nur noch etwa 50.000 neue Arbeitsplätze schaffen muss, um mit dem Wachstum der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter Schritt zu halten. Gleichzeitig erwarten Experten, dass geplante Steuersenkungen die Neueinstellungen im Jahresverlauf ankurbeln könnten.


