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US-Aufsichtsbehörden genehmigen Notfallpläne der größten Banken

Fed und FDIC finden keine Mängel in den „Living Wills" der acht systemrelevanten US-Großbanken und 56 ausländischer Institute.

US-Aufsichtsbehörden genehmigen Notfallpläne der größten Banken

Die US-amerikanischen Bankenaufsichtsbehörden haben die Notfallpläne der größten Banken des Landes offiziell abgesegnet. Die Federal Reserve und die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) stellten keine Mängel in den sogenannten „Living Wills" – zu Deutsch: Testamente – der acht größten US-Banken sowie 56 ausländischer Bankenorganisationen fest. Die Entscheidung wurde am Freitag, dem 22. Mai, bekanntgegeben.

Bei diesen Notfallplänen handelt es sich um detaillierte Dokumente, in denen Banken darlegen müssen, wie sie im Falle einer Insolvenz geordnet und sicher abgewickelt werden könnten. Das Ziel dieser Regelung ist es, eine Wiederholung der chaotischen Bankenzusammenbrüche der Finanzkrise 2008 zu verhindern, bei der staatliche Rettungsaktionen in Milliardenhöhe notwendig wurden. Die Pläne sind ein zentrales Instrument der Finanzstabilität in den USA.

Frühere Mängel erfolgreich behoben

Besonders bemerkenswert ist, dass die Aufsichtsbehörden auch zuvor identifizierte Schwachstellen als ausreichend behoben einstuften. Konkret betrifft dies die Bank of America, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und die Citigroup. Diese vier Institute waren im Jahr 2024 von den Behörden gerügt worden, weil ihre Pläne nicht angemessen aufgezeigt hatten, wie sie ihre Derivateportfolios im Krisenfall sicher abwickeln könnten.

Derivate sind komplexe Finanzinstrumente, deren Wert sich von einem Basiswert – etwa Aktien, Anleihen oder Rohstoffen – ableitet. Große Derivateportfolios gelten als besonders schwierig abzuwickeln, da sie oft mit zahlreichen Gegenparteien weltweit verknüpft sind. Genau diese Komplexität hatte die Aufsichtsbehörden in der Vergangenheit besorgt und zur Rüge geführt.

Bedeutung für die Finanzstabilität

Die Genehmigung der Living Wills durch Fed und FDIC ist ein positives Signal für die Stabilität des US-Bankensystems. Sie zeigt, dass die betroffenen Institute die regulatorischen Anforderungen ernst nehmen und ihre internen Krisenplanungen verbessert haben. Für internationale Anleger und Marktteilnehmer ist dies ein Zeichen, dass die systemrelevanten Banken – auch bekannt als „Too big to fail"-Institute – besser auf mögliche Schieflagen vorbereitet sind als noch vor einigen Jahren.

Die Überprüfung der Notfallpläne ist ein regelmäßiger Prozess, der nach der globalen Finanzkrise eingeführt wurde. Seither müssen Großbanken in festgelegten Abständen aktualisierte Pläne einreichen, die von den Aufsichtsbehörden geprüft werden. Werden Mängel festgestellt, sind die Banken verpflichtet, diese zu beheben – andernfalls drohen regulatorische Konsequenzen bis hin zu Einschränkungen der Geschäftstätigkeit.

Für deutsche Privatanleger, die in US-Bankaktien investiert sind oder deren Fonds entsprechende Positionen halten, ist die Nachricht grundsätzlich positiv zu werten. Eine stabile und gut regulierte US-Bankenlandschaft reduziert systemische Risiken, die sich andernfalls auf globale Finanzmärkte auswirken könnten.

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