US-Automarkt: Rekord-Schuldenlast bei Inzahlungnahmen
Fast 30 Prozent der US-Autobesitzer schulden mehr, als ihr Fahrzeug wert ist. Die durchschnittliche Schuldenlast erreicht mit über 7.200 Dollar ein Allzeithoch.

Der US-Automarkt zeigt alarmierende Zeichen einer wachsenden Schuldenkrise: Laut aktuellen Daten der Automobil-Website Edmunds befinden sich immer mehr Fahrzeughalter in einer negativen Eigenkapitalsituation. Im vierten Quartal 2025 waren 29,3 Prozent aller Inzahlungnahmen beim Neuwagenkauf "unter Wasser" – der höchste Wert seit dem ersten Quartal 2021.
Rekordverschuldung bei Autobesitzern
Besonders besorgniserregend: Die durchschnittlich geschuldete Summe bei Fahrzeugen mit negativem Eigenkapital kletterte auf 7.214 Dollar – ein historischer Höchststand. Mehr als ein Viertel aller Inzahlungnahmen weist sogar ein negatives Eigenkapital von über 10.000 Dollar auf. Dies bedeutet, dass Autobesitzer beim Verkauf oder der Inzahlungnahme ihres Fahrzeugs deutlich mehr Geld schulden, als das Auto aktuell wert ist.
Teure Konsequenzen für Verbraucher
Fahrer, die sich in dieser Situation befinden, stehen vor schwierigen Entscheidungen: Sie müssen entweder Bargeld aufbringen, um den negativen Saldo auszugleichen, oder die Restschuld in einen neuen Autokredit übernehmen. Letzteres führt zu noch höheren monatlichen Belastungen. Edmunds-Daten zeigen bereits, dass immer mehr US-Verbraucher monatliche Autokreditraten von über 1.000 Dollar zahlen – sowohl für Neu- als auch Gebrauchtwagen.
Nachwirkungen der Pandemie
Experten führen die aktuelle Situation auf die Kaufentscheidungen während der Pandemie zurück. Damals trieben Chip-Engpässe und Lieferkettenprobleme die Fahrzeugpreise auf Rekordhöhen. Viele Käufer finanzierten ihre Autos zu überhöhten Preisen, während die Fahrzeugwerte inzwischen deutlich gesunken sind. Die Kombination aus hohen Kaufpreisen, langen Kreditlaufzeiten und der natürlichen Wertminderung von Fahrzeugen hat zur aktuellen Schuldenfalle geführt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAusblick und Risiken
Die Entwicklung könnte sich zu einem größeren Problem für die US-Wirtschaft entwickeln. Verbraucher, die in negativem Eigenkapital gefangen sind, haben weniger finanzielle Flexibilität und könnten bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten schneller in Zahlungsverzug geraten. Für den deutschen Markt bietet die Situation in den USA eine Warnung: Auch hierzulande stiegen die Fahrzeugpreise während der Pandemie deutlich, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie in Nordamerika.


