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US-Bauausgaben sinken im Juni wegen hoher Hypothekenzinsen

Hohe Hypothekenzinsen belasten den US-Wohnungsbau – die Bauausgaben fielen im Juni überraschend um 0,1 Prozent.

4. August 2026 2 Min
US-Bauausgaben sinken im Juni wegen hoher Hypothekenzinsen

Die US-Bauausgaben sind im Juni um 0,1 Prozent gesunken. Das teilte das Census Bureau des US-Handelsministeriums am Montag mit. Ökonomen, die von Reuters befragt wurden, hatten hingegen ein Plus von 0,2 Prozent erwartet – der Rückgang kam damit überraschend.

Zusätzlich wurden die Daten für den Vormonat nach unten korrigiert: Die Bauausgaben im Mai zeigten nun keine Veränderung, nachdem zunächst ein Zuwachs von 0,1 Prozent gemeldet worden war. Im Jahresvergleich sanken die Bauausgaben sogar um 3,2 Prozent – ein deutliches Signal für die anhaltende Schwäche des Sektors.

Wohnungsbau unter Druck

Die privaten Bauausgaben verringerten sich im Juni um 0,1 Prozent, nachdem sie bereits im Mai um 0,2 Prozent zurückgegangen waren. Besonders der Wohnungsbau leidet unter den gestiegenen Finanzierungskosten: Die Investitionen im Wohnungsbau sanken um 0,3 Prozent, wobei die Ausgaben für neue Einfamilienhausprojekte mit einem Minus von 0,6 Prozent besonders stark betroffen waren. Im Jahresvergleich lagen die Bauausgaben für Einfamilienhäuser sogar 3,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung gilt der Anstieg der Hypothekenzinsen. Der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festzins-Hypotheken ist seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar um fast 70 Basispunkte gestiegen. In der vergangenen Woche erreichte der Zinssatz laut Daten von Freddie Mac mit 6,66 Prozent ein Jahreshoch – ein Niveau, das viele potenzielle Käufer vom Markt fernhält.

Auch der Mehrfamilienhaussektor, der einen kleineren Teil des Wohnungsmarktes ausmacht, blieb nicht verschont: Die Ausgaben sanken im Juni um 0,7 Prozent. Einen kleinen Lichtblick lieferten hingegen die Renovierungsausgaben, die zulegten – offenbar weichen viele Haushalte angesichts hoher Kreditkosten auf Umbauten statt Neubauten aus.

Wohnungsbauinvestitionen im zweiten Quartal erholt

Trotz der schwachen Monatsdaten meldete die US-Regierung vergangene Woche, dass die Wohnungsbauinvestitionen im zweiten Quartal insgesamt wieder gestiegen sind – nach fünf aufeinanderfolgenden Quartalen mit Rückgängen. Dies deutet auf eine gewisse Stabilisierung hin, auch wenn die monatlichen Zahlen weiterhin volatil bleiben.

Bei den privaten Investitionen in Nichtwohngebäude – darunter Kraftwerke und Fabriken – verzeichnete der Juni ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Allerdings sanken die Ausgaben für Fabrikprojekte um 1,2 Prozent. Insgesamt schrumpften die Investitionen in Nichtwohngebäude im zweiten Quartal und verzeichneten damit den zehnten Quartalsrückgang in Folge – ein anhaltender Schwächetrend in diesem Segment.

Öffentliche Bauinvestitionen stagnieren

Die öffentlichen Bauinvestitionen blieben im Juni unverändert, nachdem sie im Mai noch um 0,6 Prozent gestiegen waren. Sowohl die Bauausgaben der Bundesstaaten und Kommunen als auch die Projektausgaben der Bundesregierung zeigten im Juni keine Veränderung.

Die aktuellen Daten verdeutlichen, wie stark das Zinsniveau den US-Immobilienmarkt bremst. Für deutsche Anleger, die in US-Immobilienaktien oder entsprechende ETFs investiert sind, bleibt die Entwicklung der Hypothekenzinsen ein entscheidender Faktor. Solange die Zinsen auf erhöhtem Niveau verharren, dürfte der Druck auf den Wohnungsbausektor anhalten.

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