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US-Benzinpreise fallen erstmals seit April unter vier Dollar

Hoffnung auf Iran-Deal und Öffnung der Straße von Hormus drückt US-Spritpreise unter die psychologisch wichtige Vier-Dollar-Marke.

US-Benzinpreise fallen erstmals seit April unter vier Dollar

Die durchschnittlichen Benzinpreise an US-Tankstellen sind erstmals seit Mitte April unter die Marke von 4 Dollar pro Gallone gefallen. Auslöser ist der wachsende Optimismus über ein vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran, das zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus führen soll. Über diesen strategisch bedeutsamen Seeweg wird fast ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung abgewickelt.

Die Rohölpreise sanken am Montag um mehr als 4 Dollar pro Barrel, nachdem US-Präsident Donald Trump bekannt gegeben hatte, dass beide Länder eine Absichtserklärung zur Beendigung eines fast viermonatigen Krieges unterzeichnet haben. Laut GasBuddy-Daten fiel der landesweite Durchschnittspreis am Sonntag auf 3,997 Dollar pro Gallone. Der Automobilclub AAA (American Automobile Association) verzeichnete am Montag hingegen noch einen Wert von 4,065 Dollar.

Psychologische Schwelle mit Signalwirkung

Das Unterschreiten der 4-Dollar-Marke gilt in den USA als psychologische Barriere, ab der Verbraucher ihr Verhalten spürbar ändern – etwa durch eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Die Entlastung kommt für die Trump-Administration zu einem politisch günstigen Zeitpunkt: Sie hatte den Amerikanern niedrigere Energiepreise versprochen, sah sich zuletzt aber wegen steigender Spritkosten heftiger Kritik ausgesetzt. Trump und republikanische Abgeordnete kämpfen mit Blick auf die Zwischenwahlen im November um die Verteidigung ihrer knappen Mehrheiten in beiden Kammern des US-Kongresses.

Seit Beginn des Krieges haben die Amerikaner laut Patrick De Haan, Leiter der Mineralölanalyse bei GasBuddy, insgesamt rund 46 Milliarden Dollar mehr für Benzin ausgegeben. Die Preise waren Ende März über die 4-Dollar-Marke gestiegen, nachdem der Iran den Großteil des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus blockiert hatte. Im Mai überstieg die US-Verbraucherinflation zum ersten Mal seit drei Jahren die Marke von 4 Prozent – sinkende Benzinpreise führten laut Arbeitsministerium zuletzt zu einer Abschwächung der Inflationserwartungen.

Experten warnen vor Rückschlägen

Trotz der positiven Entwicklung mahnen Analysten zur Vorsicht. „Die eigentliche Bewährungsprobe verlagert sich nun auf die Straße von Hormus. Jede Wiedereröffnung und die Wiederaufnahme normaler Ölströme wäre das deutlichste Signal dafür, dass diese Entlastung von Dauer ist", sagte De Haan. Er ergänzte: „Vorerst könnte der nationale Durchschnitt weiter sinken, sofern es nicht zu einer drastischen Kehrtwende kommt."

Bjarne Schieldrop, Chefanalyst für Rohstoffe bei der SEB, warnt ebenfalls: „Dies ist ein fragiles Gebilde. Es kann leicht zusammenbrechen. Es könnte Details geben, die unüberwindbar sind." Trump kündigte an, den vollständigen Text des Abkommens nach einer formellen Unterzeichnungszeremonie am Freitag zu veröffentlichen. Experten betonen jedoch, dass die Räumung von Minen aus der Wasserstraße ein komplexer Prozess ist und es noch Wochen dauern könnte, bis sich der Schiffsverkehr normalisiert.

Zusätzlich droht dem US-Benzinmarkt ein Versorgungsengpass: Robuste Inlandsnachfrage und kräftige Kraftstoffexporte belasten die ohnehin knappen Lagerbestände. In der ersten Juniwoche sanken die Benzinvorräte laut Regierungsdaten auf den niedrigsten saisonalen Stand seit einem Jahrzehnt – auf lediglich 215,1 Millionen Barrel. Tom Kloza, Chef-Energieberater von Gulf Oil, warnt: Sollten keine wesentlichen Fortschritte bei der Räumung der Meerenge, der Wiedereinführung von Versicherungen für Schiffe und der Eindämmung der Gewalt durch iranische Stellvertreter erzielt werden, könnte die Atempause nur von kurzer Dauer sein. Trotz des jüngsten Rückgangs liegen die US-Benzinpreise noch immer rund 90,8 Cent über dem Vorjahresniveau.

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