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US-Billigflieger fordern 2,5 Milliarden Dollar staatliche Kerosin-Hilfen

Mehrere US-Billigfluggesellschaften haben Washington um ein milliardenschweres Hilfspaket wegen explodierender Treibstoffkosten gebeten.

US-Billigflieger fordern 2,5 Milliarden Dollar staatliche Kerosin-Hilfen

Die Vorstandsvorsitzenden mehrerer US-amerikanischer Billigfluggesellschaften haben sich am vergangenen Dienstag in Washington mit Verkehrsminister Sean Duffy und FAA-Chef Bryan Bedford getroffen. Ziel des Treffens war es, staatliche Unterstützung in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar zu erwirken. Dies berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig verifizieren.

Die Fluggesellschaften begründen ihre Forderung mit den drastisch gestiegenen Kerosinpreisen. Die Summe von 2,5 Milliarden Dollar ergibt sich laut dem Bericht aus der Schätzung, wie viel mehr die Billigflieger in diesem Jahr für Treibstoff ausgeben müssen als ursprünglich geplant – vorausgesetzt, der Kerosinpreis bleibt im Durchschnitt über vier US-Dollar pro Gallone. Die Diskussionen sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.

Kerosinpreise als unbeabsichtigte Folge des Iran-Krieges

Der Vorstoß der Billigflieger verdeutlicht eine der unbeabsichtigten Konsequenzen des von Washington begonnenen Iran-Krieges: Der Konflikt hat zu einem sprunghaften Anstieg der Kerosinpreise geführt, der die Kosten in etwa verdoppelt hat. Für Fluggesellschaften mit ohnehin knappen Margen – wie es bei Billigfliegern typischerweise der Fall ist – bedeutet dies einen enormen Druck auf die Rentabilität. Schwächere Carrier werden dadurch näher an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gedrängt.

Ein Sprecher der Billigfluggesellschaft Avelo erklärte, man habe keinen spezifischen Kommentar zu dem Bericht. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, man stimme „nachdrücklich zu, dass eine gesunde Luftfahrtindustrie mit starkem Wettbewerb für die US-Wirtschaft wichtig ist, insbesondere in dieser Zeit hoher Treibstoffpreise". Das Weiße Haus und die Fluggesellschaft Frontier reagierten nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

Spirit Airlines als Präzedenzfall

Der Hilfsantrag der Billigflieger fällt in eine Zeit, in der die Trump-Administration bereits kurz vor einer Einigung zur Rettung von Spirit Airlines steht. Das insolvente Unternehmen könnte staatlich garantierte Finanzierungen von bis zu 500 Millionen US-Dollar erhalten, um den Betrieb während des laufenden Insolvenzverfahrens aufrechtzuerhalten. Spirit gilt als eines der bekanntesten Opfer des harten Wettbewerbs und der gestiegenen Kosten im US-Luftfahrtmarkt.

Ein Blick in die jüngere Geschichte zeigt, dass staatliche Hilfen für die Luftfahrtbranche in den USA kein Novum sind. Während der COVID-19-Pandemie schnürte die US-Regierung ein 54 Milliarden Dollar schweres Unterstützungsprogramm für Fluggesellschaften. Im Gegenzug erhielt das US-Finanzministerium Aktienoptionen (sogenannte Warrants) der großen Airlines. Letztlich nahm der Staat durch den Verkauf dieser Optionen jedoch nur rund 556,7 Millionen Dollar ein, da sich viele davon als nahezu wertlos erwiesen.

Für deutsche Anleger und Beobachter des internationalen Luftfahrtsektors ist die Entwicklung in den USA ein wichtiges Signal: Steigende Energiekosten infolge geopolitischer Konflikte setzen Fluggesellschaften weltweit unter Druck. Ob und in welcher Form die Trump-Administration das geforderte Hilfspaket bewilligt, bleibt abzuwarten.

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