US-Börsen rutschen nach schwachen Einzelhandelsdaten ins Minus
Enttäuschende Konsumzahlen bremsen die KI-Euphorie und beenden eine dreitägige Gewinnserie an der Wall Street.

Die US-Aktienmärkte haben nach der Veröffentlichung schwacher Einzelhandelsdaten nachgegeben. Die Zahlen dämpften die Begeisterung über den Boom bei künstlicher Intelligenz, der die wichtigsten Indizes zuvor auf Rekordhochs getrieben hatte. Damit endete eine dreitägige Gewinnserie an der Wall Street.
Der Dow Jones Industrial Average sank um 107,58 Punkte oder 0,20 Prozent auf 53.732,41 Zähler. Damit schloss der Index innerhalb von 1,1 Prozent seines Allzeithochs. Der S&P 500 verlor 13,23 Punkte oder 0,17 Prozent und notierte bei 7.785,76 Zählern – einen Tag nachdem er noch ein Rekordhoch erreicht hatte. Der technologielastige Nasdaq Composite fiel um 73,86 Punkte oder 0,28 Prozent auf 26.729,16 Zähler.
Einzelhandelsumsätze enttäuschen deutlich
Der Auslöser für den Rückgang war ein überraschend schwacher Einzelhandelsbericht. Die Umsätze im US-Einzelhandel sanken im vergangenen Monat um 0,6 Prozent auf 763,6 Milliarden US-Dollar. Ökonomen hatten hingegen mit einem leichten Anstieg gerechnet – die tatsächlichen Zahlen verfehlten die Erwartungen damit deutlich.
Die Daten erinnerten Anleger daran, dass das US-Wirtschaftswachstum nach wie vor maßgeblich vom Konsumverhalten der Bevölkerung abhängt. Am Vortag hatten Investoren noch darauf gesetzt, dass eine Kombination aus nachlassender Inflation und dem KI-Boom zu einem dauerhaften Wachstum der US-Wirtschaft führen würde. Die schwachen Konsumzahlen trübten dieses optimistische Bild nun spürbar ein.
Ölpreise und Anleiherenditen unter Druck
Zusätzlich belasteten steigende Ölpreise die Stimmung an den Märkten. Die Öl-Futures stiegen um 1,15 US-Dollar oder 1,4 Prozent auf 82,40 US-Dollar pro Barrel, da die Straße von Hormus weitgehend gesperrt blieb. Der Anstieg verdeutlichte, dass die Inflation hartnäckig bleiben könnte – selbst wenn sich die US-Konjunktur abzukühlen beginnt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Inflationssorgen trieben gleichzeitig die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe. Die Rendite der zehnjährigen Papiere stieg um 0,056 Prozentpunkte auf 4,695 Prozent. Die Rendite der zinssensitiven zweijährigen Staatsanleihen kletterte um 0,031 Prozentpunkte auf 4,170 Prozent. Steigende Anleiherenditen gelten an den Aktienmärkten in der Regel als Belastungsfaktor, da sie Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen weniger attraktiv machen.
Für deutsche Anleger verdeutlicht der Handelstag, wie empfindlich die US-Märkte trotz der KI-Euphorie auf makroökonomische Daten reagieren. Die Kombination aus schwachem Konsum, steigenden Energiepreisen und höheren Anleiherenditen zeigt, dass das Umfeld für Aktien trotz der jüngsten Rekordjagd weiterhin herausfordernd bleibt.

