US-Bundesstaaten verklagen TikTok wegen Suchtgefahr
Vorwürfe betreffen Algorithmen, gefährliche Challenges und die Sammlung von Kinderdaten

In den USA haben 14 Generalstaatsanwälte Klage gegen die Videoplattform TikTok eingereicht. Der Vorwurf lautet, dass TikTok absichtlich so gestaltet worden sei, dass Kinder und Jugendliche immer mehr Zeit auf der Plattform verbringen, was negative Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden habe. Im Zentrum der Kritik stehen Funktionen wie automatisch startende Videos und unendliches Scrollen, was insbesondere jüngere Nutzer süchtig machen soll. Darüber hinaus werden Filter kritisiert, die das Aussehen verändern, sowie sogenannte Challenges, bei denen teils gefährliche Aktivitäten veröffentlicht werden. TikTok weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass es umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen und Zeitbeschränkungen für junge Nutzer gebe.
Die Klagen sind das Ergebnis einer Untersuchung, die im März 2022 von Generalstaatsanwälten aus mehreren US-Staaten, sowohl Demokraten als auch Republikanern, eingeleitet wurde. In der aktuellen Klage wird insbesondere der Algorithmus von TikTok kritisiert. Dieser präsentiere den Nutzern, vor allem Kindern, immer wieder neue Inhalte, die auf ihren Interessen basieren. Dadurch werde im Gehirn Dopamin, ein als Glückshormon bekannter Botenstoff, freigesetzt, was süchtig machen könne. Die Kläger argumentieren, dass TikTok dieses Verhalten absichtlich fördere, um Gewinne zu maximieren, obwohl bekannt sei, dass dies zu tiefgehenden psychologischen und physiologischen Schäden führen könne. Als Beispiele werden Angstzustände, Depressionen und das Entstellungssyndrom genannt.
Auch die US-Regierung erhöht den Druck auf TikTok. Im August 2024 reichte sie eine eigene Klage ein, in der das Unternehmen beschuldigt wird, illegal Daten von Kindern zu sammeln. Demnach sei es Kindern unter 13 Jahren zu einfach gemacht worden, Konten auf TikTok zu erstellen, ohne dass die Zustimmung der Eltern erforderlich sei. Zudem ist TikTok in den USA derzeit in eine rechtliche Auseinandersetzung verwickelt, die einen möglichen Eigentümerwechsel betrifft. Ein Gesetz soll TikTok dazu zwingen, sich von seinem chinesischen Mutterkonzern Bytedance zu trennen. Die US-Politik befürchtet, dass die chinesische Regierung über Bytedance auf Nutzerdaten zugreifen und die App für Propaganda nutzen könnte. TikTok weist diese Vorwürfe jedoch zurück und hat Klage eingereicht, um das Gesetz zu stoppen. Der juristische Druck auf das Unternehmen wächst somit weiter.
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